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Glasmalerei im Erfurter Dom wird restauriert

Erfurt (dpa) Die Restaurierung der mittelalterlichen Glasmalerei im Erfurter Dom wird insgesamt etwa 2,5 Millionen Euro kosten. Die im Jahr 2000 begonnenen aufwendigen Arbeiten sollen voraussichtlich 2027 abgeschlossen sein, sagte Falko Bornschein, Kunstgutbeauftragter des Bistums Erfurt.

Glasmalerei im Erfurter Dom wird restauriert

Teile des Helenafensters aus dem Hohen Chor des Erfurter Doms werden von Thomas Glaß restauriert.

Mit einem interdisziplinären Forschungsprojekt bis April 2010 sollen nun die Schäden durch Wetter, Umwelt und frühere Restaurierungen erforscht und bestmögliche Wege der Konservierung gefunden werden. 120 000 Euro stehen dafür bis April 2010 zur Verfügung, 80 000 Euro steuern die Kulturstiftungen des Bundes und der Länder bei. Für das 7-Millionen-Euro-Programm hätten sich 121 Projekte beworben, 26 davon werden nach Angaben der Projektleiterin Dorit von Derschau gefördert.

Die Ergebnisse, so erhoffen sich alle Partner, haben nicht nur Auswirkungen auf konkrete Restaurierungs- und Konservierungsmethoden an dem geschlossenen Erfurter Glasmalerei-Zyklus von 1380 bis 1420, sondern auch für Objekte in anderen Kirchen. Speziell geht es dabei um die Glasmalereien, die um 1900 mit Zeponlack gesichert wurden. Die Bilder weisen seitdem besondere Schäden im Vergleich zu den Originalen auf. Bereits in den späten 1970er Jahren wurde in der DDR naturwissenschaftliche Ursachenforschung betrieben. In den 1980er Jahren wurden unter anderem die Schwarzlotmalereien mit Bienen- und Carnaubawachs gesichert. «Ohne die Notsicherungen vor 20 Jahren hätten wir heute nichts mehr», sagte Projektleiter Bornschein. In der 1994 eröffneten Glasrestaurierungswerkstatt des Domes wurden bisher drei Fenster der Südseite restauriert.

Etwa 1000 originale Scheiben in den 13 gotischen Fenstern des Hohen Chores sind noch erhalten. Jedes der 13 Fenster enthält ungefähr 100 Scheiben. Bis zu zwei Jahre dauert die Sicherung eines Glasfensters, das jeweils bestimmten Themen und Personen wie Joseph oder dem heiligen Bonifatius gewidmet ist, erklärte Bornschein. Das Forschungsprojekt konzentriert sich auf das Helena-Fenster auf der Nordseite. «Dort herrschen total andere Witterungseinflüsse als auf der Südseite, so dass wir die bisherigen Methoden nicht einfach übernehmen können», betonte Dombaumeister Andreas Gold.

Äußerst behutsam untersucht Restaurator Thomas Glaß auf dem Leuchttisch eine Scheibe auf fehlende Glasteilchen, Bleibrüche und dem sich leicht lösenden Schwarzlot. An einem modernen 3D-Scanner können erstmals vier ausgewählte Scheiben nach Schadensursachen durchforstet werden. Und noch eine Besonderheit beinhaltet das Forschungsprojekt: Die Scheiben sollen mit einzelnen Originalfeldern verglichen werden, die Mitte des 19. Jahrhunderts aus dem Dom entfernt wurden und sich heute in Museen in London, Darmstadt, München und New York befinden. «Da sie seitdem völlig anderen Einflüssen, auch restauratorischer Art, ausgesetzt waren, ist der jeweilige Zustand für uns äußerst aufschlussreich», sagte der Kunstgutbeauftragte des Bistums.

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