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Goethe-Institut will Standorte in Libyen und Myanmar

Berlin (dpa) Das Goethe-Institut will sowohl in Libyen wie auch in Myanmar neue Standorte eröffnen. Nach den politischen Veränderungen dort stünden beide Länder im Fokus für eine neue Präsenz vor Ort, sagte Präsident Klaus-Dieter Lehmann in Berlin.

Allerdings müssen nach Angaben des neuen Generalsekretärs Johannes Ebert (49) erst zusätzliche Geldquellen gesucht werden. «Wir können nicht auf Zuruf neue Institute eröffnen.»

Das weltweit tätige Kulturinstitut fördert die deutsche Sprache, stößt den interkulturellen Dialog an und vermittelt im Ausland ein Bild von Deutschland. Insgesamt gibt es gut 60 Jahre nach der Gründung 149 Institute und 11 Verbindungsbüros in 93 Ländern.

Ebert sagte in einer Bilanz seiner ersten 100 Tage, die Rekordnachfrage nach Deutschkursen halte ungebrochen an. Angesichts der Finanzkrise gebe es vor allem in den südeuropäischen Ländern ein großes Interesse. In Italien stieg die Zahl der Kursteilnehmer im ersten Quartal 2012 gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 30 Prozent, in Griechenland sogar um deutlich mehr als 50 Prozent.

In Spanien hatte es im vergangenen Jahr einen Zuwachs um mehr als 35 Prozent gegeben. Dort bietet das Goethe-Institut verstärkt auch berufsbezogene Spezialkurse an, etwa für Tourismusexperten, Ärzte und Ingenieure. «Das gemeinsame Europa aktiv auch im Bereich von Kultur und Bildung zu gestalten, ist wichtiges Ziel der Institutsarbeit», sagte der Generalsekretär.

Ein Schwerpunkt der Arbeit soll nach dem «arabischen Frühling» das Engagement in Nordafrika und Nahost sein. Es müsse vor allem darum gehen, den Demokratieprozess weiter zu unterstützen, so Ebert. «Wir wollen Menschen qualifizieren, die emanzipatorisch in ihre Gesellschaft hineinwirken.»

Die Finanzlage des «Goethe» sieht der neue Chefmanager nach dem massiven Sparkurs in den vergangenen Jahren inzwischen stabil. «Das Polster ist nicht üppig, aber ich gehe davon aus, dass es weitgehend bei den Zuwendungen des Auswärtigen Amtes bleibt», sagte er. Wichtig sei, in Zukunft die Eigeneinnahmen weiter zu steigern.

Das Goethe-Institut finanziert bisher etwa ein Drittel seiner Kosten von 332 Millionen Euro jährlich selbst. 217 Millionen kamen im vergangenen Jahr vom Auswärtigen Amt. Mehr als 80 Prozent der Gelder gehen in die operative Arbeit.

Ebert war vor gut drei Monaten vom Präsidium einstimmig auf den Führungsposten gewählt worden. In Ulm geboren, war der dreifache Familienvater zuvor in Kiew, Kairo und Moskau für das «Goethe». Institutspräsident Lehmann nannte ihn einen «pragmatischen Visionär».

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