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Gomez ließ die Fans in Massen hüpfen

Berlin Um 22.15 Uhr hüpften die Massen wie wild durcheinander, und auf den Fan-Meilen in Deutschland vibrierte der Asphalt: Das Tor von Mario Gomez zum 1:0-Sieg in der 72. Minute gegen Portugal löste vor den Großbildleinwänden im ganzen Land grenzenlose Erleichterung aus, nicht nur auf den Fanmeilen.

Gomez ließ die Fans in Massen hüpfen

Spätestens ab dem Führungstreffer durch Gomez gab es auf den Fanmeilen kein Halten mehr. Foto: Sebastian Kahnert

Besonders in Berlin, aber auch in vielen anderen Städten zischten Raketen in den Nachthimmel und krachten Böller auf den Straßen. In den Fan-Pulks wie zu Silvester Küsse und Umarmungen - was für ein EM-Auftakt für die deutschen Fans.

Bis dahin war bei hohen Erwartungen auf den Fan-Festen aber doch viel Sorge zu spüren. Die Stimmung war zwar von Anfang an prächtig. Fußball-Deutschland freut sich zum Turnier in Polen und der Ukraine auf seine Wohlfühl-EM-Partys zuhause und rückt wieder zusammen. Treffpunkt Fanmeile: Bei bestem Fußballwetter begann der Andrang in vielen Städten früh. Auf der größten Meile des Landes in Berlin am Brandenburger Tor mussten schon kurz nach dem Gruppenspiel Niederlande - Dänemark (0:1) wegen des Andrangs von Zehntausenden mehrere Eingänge aus Sicherheitsgründen geschlossen werden.

Die Stimmung war überall auf den Fanmeilen im Land bestens. Es ist «wie bei einem Familienausflug», sagte ein Berliner Polizeisprecher. Sportlich nahmen die Besucher den unverhofften Ausgang des ersten Spiels als Warnung. «Da sieht man es mal wieder, dass die Favoritenrolle nichts taugt», sagte ein Berliner, der sich mit dem Hertha-Trikot an diesem Abend in der Menge viel zutraute.

Wie so oft machte Hamburg eine Ausnahme mit dem Wetter. Aber trotz Regens strömten gut 35 000 Menschen zur größten Partymeile in der Hansestadt. Schon lange vor dem Anpfiff der Partie der deutschen Nationalelf gegen Portugal füllte sich der Platz vor der 92 Quadratmeter großen Leinwand. «So haben wir uns das vorgestellt», sagte Fanfest-Sprecherin Julia Hihn mit Blick auf das imposante schwarz-rot-goldene Fahnenmeer. Das Hamburger Fanfest nahe der Reeperbahn bietet Platz für 70 000 Gäste und gehört seit der Fußball-WM 2006 in Deutschland zu den bundesweit größten Fanpartys.

Nr. 1 ist aber nach wie vor die Straße des 17. Juni mit dem Brandenburger Tor als weltbekannter Kulisse, laut ARD-Moderator Reinhold Beckmann «der heilige Platz des Fußballs in der Hauptstadt».

Die Fans zeigten Flagge und Farbe: Mit schwarz-rot-goldenen Halsketten und Fächern in den Nationalfarben zum Klatschen. Auf den Straßen der Hauptstadt und in vielen anderen Städten waren pünktlich zum deutschen EM-Start wieder viele Autos mit Fahnen in Schwarz-Rot-Gold unterwegs. Der neueste Trend: Die Doppelfahne links an der Fahrertür und rechts am Beifahrersitz. Auch auf immer mehr Balkonen und in immer mehr Fenstern wurden die Fahnen angebracht.

Auch in Bayern setzte der Fan-Strom am frühen Abend ein. «Es sind jetzt schon gut 5000 Menschen da», sagte Veranstalter Christopher Dietz in Nürnberg. Platz war für 30 000 Fans. «Wir rechnen damit, dass alle unsere 12 000 Karten weggehen», sagte ein Sprecher des Münchener Olympiaparks. «Hessens größter Fernseher» mit 120 Quadratmetern war in der Frankfurter Commerzbank-Arena nach Angaben eines Sprechers von mehr als 15 000 Fans umlagert.

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