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Gratisflug für bürokratische Unwörter

BOCHUM Warum sollte man sich nicht informieren, statt etwas zur Kenntnis zu nehmen, eine Kopie machen, statt eine Ablichtung anzufertigen oder jemanden besuchen, statt vorstellig zu werden? Das hat sich vor zwei Jahren auch das Projekt IDEMA gedacht und sorgt seitdem für eine modernere Verwaltungssprache. Dafür gab es jetzt die Auszeichnung als "Ort im Land der Ideen".

von von Sebastian Ritscher

, 14.08.2008
Gratisflug für bürokratische Unwörter

Steve Hauke (links) und Manuel Nowotny lassen ihre IDEMA-Ballons fliegen.

Verliehen wurde die Auszeichnung gestern bei einer öffentlichen Tagung des Projektes im Park Inn Hotel - heute schließen sich Fachveranstaltungen an. "Wichtig ist, dass die Bürger darauf aufmerksam gemacht werden, dass es das Projekt gibt", so Ellen Becker von der IDEMA. Deswegen gab es nicht nur Vorträge im Hotel sondern auch Informationen davor.

Internet-Dienst

Der "Internet-Dienst für eine moderne Amtssprache" versteckt sich hinter dem Kürzel. Im Juni 2006 startete er als Pilotprojekt des Fachbereiches Angewandte Linguistik am Germanistischen Institut der Ruhr-Universität. Ausgelaufen ist das Projekt eigentlich Ende Mai 2008, aber das IDEMA-Team setzt die Arbeit fort. Die dienstleistungsorientierten Aufgaben werden nun von einer Tochtergesellschaft der Ruhr-Uni abgewickelt.

Ballons und Infos

Das alles wussten die Berufsschüler Steve Hauke und Manuel Nowotny noch nicht. Sie wurden gestern am Hotel abgefangen. Schließlich sollten die Bürger informiert werden. Und außerdem gab es was zu gewinnen. Das Lieblingswort aus dem Amtsdeutschen sollte auf eine Karte geschrieben werden. Die ging dann per Luftballon auf eine weite Reise und wartet nun auf Rücksendung. "Föderalismus" und "Infrastruktur" war es bei den beiden. Kein Amtsdeutsch, aber: "Ohne Hintergrundwissen versteht man das auch nicht."

Warum sollte man sich auch nur auf Verwaltungssprache beschränken, nachdem das Projekt verlängert und nun auch noch ausgezeichnet ist? Die beiden Schüler denken weiter: "Es wäre auch klasse, wenn man das mal bei Verträgen machen würde." Denn das Kleingedruckte ist auch nicht immer leicht verständlich.