Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Greenpeace: Illegale Gifte in Obst und Gemüse

Braunschweig/Berlin (dpa) In deutschem Obst und Gemüse stecken nach Angaben der Umweltorganisation Greenpeace illegale und gesundheitsschädliche Gifte. Besonders betroffen seien frische Kräuter und Himbeeren.

Greenpeace: Illegale Gifte in Obst und Gemüse

Greenpeace hat illegale Gifte gefunden - unter anderem in Himbeeren.

Dann folgen Feldsalat, Birnen, Rucola und Johannisbeeren, teilte Greenpeace am Donnerstag in Hamburg mit. Die Organisation hat nach eigenen Angaben bereits veröffentlichte Daten des Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Braunschweig ausgewertet, da das Amt seine Analysen nicht selbst auf illegale Pestizide überprüfe. Von 2176 belasteten Obst-, Gemüse- und Getreideproben aus Deutschland enthielten laut Greenpeace neun Prozent illegale Pestizide. Das Bundesagrarministerium kennt das Problem und geht es nach eigenen Angaben «aktiv an».

Greenpeace forderte Bundesagrarminister Horst Seehofer (CSU) auf, Labordaten auch auf illegale Pestizide zu untersuchen. Die Opposition verlangte ein schärferes Vorgehen. Der Einsatz illegaler Mittel müsse konsequent verfolgt werden, sagte FDP-Abgeordnete Christel Happach- Kasan. Grünen-Agrarpolitikerin Cornelia Behm forderte mehr Sanktionen. Eine Sprecherin des Agrarministeriums sagte der dpa: «Der Handel und der Umgang mit nicht zugelassenen Pflanzenschutzmitteln dürfen nicht toleriert werden.» Verstöße seien aber die Ausnahme. Seit 2004 gebe es ein Kontrollprogramm von Bund und Ländern, seit zwei Jahren eine Arbeitsgruppe von Bund, Ländern und Verbänden zur Verhinderung illegaler Einfuhren. Die Länder sind für Kontrollen zuständig.

Der Deutsche Bauernverband warnte vor Pauschalkritik. Es gebe zum Beispiel Projekte mit dem Lebensmittelhandel zum geringeren Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, sagte Sprecher Michael Lohse. Was nicht zugelassen sei, dürfe allerdings auch nicht angewendet werden.

Greenpeace warf dem Bundesamt vor, seine Analysen nicht selbst auf verbotene Pestizide zu prüfen. Die Behörde habe außerdem einen Teil ihrer Labor-Datensätze nicht an Greenpeace weitergegeben. So hätten nur 70 Prozent der BVL-Labortests ausgewertet werden können. Zu den Vorwürfen wollte sich das Bundesamt zunächst nicht äußern.

59 verschiedene in Deutschland verbotene Pestizide spürte die Umweltschutzorganisation nach eigenen Angaben in den Untersuchungsergebnissen auf. «Diese Gifte landen auf dem Teller der Verbraucher», sagte Greenpeace-Chemieexperte Manfred Krautter. «Die Agrarminister der Bundesländer müssen den Handel und Einsatz illegaler Pestizide durch die Landwirte wirksam unterbinden.»

www.greenpeace.de

THEMEN

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Verseuchter Klärschlamm

Hintergrund: Der PFT-Skandal von 2006

NRW Erstmals ins Bewusstsein gerieten die Perfluorierten Tenside (PFT) im Jahr 2006: Damals hatte ein Forscherteam des Hygieneinstituts der Universität Bonn in weiten Abschnitten von Ruhr und Möhne bis zu 50-fach höhere PFT-Werte als im Rhein nachgewiesen.mehr...

"Albern, töricht oder gar peinlich"

Hamburger AfD-Fraktionschef schämt sich für Bundesprogramm

Hamburg Hamburgs AfD-Fraktionsvorsitzender Jörn Kruse hält das neue Grundsatzprogramm der Bundespartei in vielen Punkten für falsch. Die Positionen etwa zum Islam, zur Familie oder zur Umwelt sind nach Ansicht des früheren Wirtschaftsprofessors teils albern, töricht oder gar peinlich.mehr...

Politik

Papst mahnt vor UN-Vollversammlung Schutz der Umwelt an

New York (dpa) Zum ersten Mal eröffnet ein Papst die UN-Vollversammlung. Franziskus prangert die «Wegwerfkultur» der Welt an, die die Ärmsten am härtesten treffe - und fordert die rund 160 Staats- und Regierungschefs zu sofortigem Handeln auf.mehr...

Vorschlag von Umweltverbänden

Klimaschutz: Bahn statt Inlandsflüge

Berlin Flugzeuge produzieren klimaschädliches Kohlendioxid. Unter dem Lärm beim Starten und Landen leiden die Anwohner. Die Regierung könnte mehr dagegen tun, meinen Verbände. Und legen Vorschläge vor.mehr...

Kommission statt Parlament

Gutachter hält Fracking-Gesetz für verfassungswidrig

Berlin Der Gesetzentwurf zum Fracking ist einem Gutachten zufolge verfassungswidrig. "Die Konstruktion einer Expertenkommission mit Entscheidungskompetenzen verstößt in mehrfacher Hinsicht gegen die Verfassung", heißt es in einer Analyse des Oldenburger Rechtsprofessors Volker Boehme-Neßler. Ein Politiker spricht schon von "Selbstentmachtung".mehr...