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Internationale Pressestimmen

"Griechenland bestimmt sein Schicksal"

Berlin/Athen Die verschärfte Griechenland-Krise beschäftigt die internationale Presse am Montag. Von einem politischen Erdbeben und politischem Schaden für Europa ist die Rede. Ein Auszug aus den Kommentaren.

"Griechenland bestimmt sein Schicksal"

Die Meinungen in der Presse gehen auseinander.

„Nesawissimaja“ (Russland):

„Die griechische Krise hat sich zu einem politischen Erdbeben mit unabsehbaren Folgen ausgeweitet. Das Gericht des Volkes soll nun bei einem Referendum am 5. Juli über die Forderungen der EU, der EZB und des IWF entscheiden. Damit bestimmt Griechenland sein Schicksal.“

 

„La Repubblica“ (Italien):

„Die Situation ist schnell allen aus der Hand geglitten - in einem Teufelskreis, der gestern Abend zu der Ankündigung geführt hat, dass die Banken geschlossen bleiben.“

 

„La Vanguardia“ (Spanien):

„Eine Sache ist klar: Die Währungseinheit benötigt eine politische Einheit. Diese wird aber erst dann kommen, wenn alle Länder jene Reformen durchgeführt haben, die sie ermöglichen - mit dem Ziel, dass alle Bürger wirksame und reale Mitsprache haben.“

 

„Pravda“ (Slowakei):

„Die gegenwärtige Situation muss noch immer nicht den automatischen Austritt Griechenlands aus der Eurozone bedeuten. Sie rückt aber den Tag wieder näher, an dem den Griechen der Austritt annehmbarer scheint als die heutige Ungewissheit des Diktats europäischer Technokraten.“

 

„Gazeta Wyborcza“ (Polen):

„Jeder will ein höheres Lebensniveau, daher ist nicht ausgeschlossen, dass die Mehrheit (bei der Volksabstimmung) für den Vorschlag der Regierung stimmt: Wir sind dagegen. Vielleicht gelangt die Mehrheit aber auch zu dem Ergebnis, dass hinter den technischen Dingen sich die einfache Wahl verbirgt: Sind wir für den Verbleib in der Eurozone oder nicht.“

 

„De Telegraaf“ (Niederlande):

„Für Europa bedeutet es vor allem politischen Schaden. Der Euro sollte die Krönung des europäischen Projekts sein. Inzwischen scheint er seine größte Schwachstelle zu sein.“

 

„The Times“ (Großbritannien):

„Da es unmöglich ist, die Drachme wiedereinzuführen, dürfte ein negatives Votum bei der Volksabstimmung Griechenland zu einer Art Montenegro werden lassen: Kein Mitglied der EU oder der Eurozone, doch ohne eigene Währung und mit dem Euro als Währung. Trostlose Aussichten für ein stolzes und unabhängiges Land, das eine ideologisch gesteuerte und völlig wertlose Regierung in knapp sechs Monaten zu Boden gebracht hat.“

 

„NZZ“ (Schweiz):

Ungeachtet der nun zu erwartenden Turbulenzen: Langfristig kann die Zäsur eine reinigende Kraft entfalten für den Euro-Raum. Endlich nimmt Brüssel etwas Abstand vom schleichend umgesetzten Konzept einer Haftungsunion.“

 

„Le Figaro“ (Frankreich):

„Mit Ausnahme Griechenlands haben sich alle, Irland, Portugal, und Spanien, im Eiltempo reformiert, um den Euro zu behalten. ... Wenn Griechenland in der Eurozone bleiben will, muss das Land die dringenden und schmerzhaften Reformen durchsetzen, die öffentlichen Ausgaben senken und Wettbewerbsfähigkeit schaffen.“

 

„Hospodarske noviny“ (Tschechien):

„Tsipras hätte schon im April oder Mai zurücktreten müssen, um eine Regierung an die Reihe kommen zu lassen, die sich mit Europa hätte einigen können. Stattdessen ging er bis zum bitteren Ende und hatte sogar noch die Dreistigkeit, ein völlig überflüssiges Referendum auszurufen.“ 

von dpa

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