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Finanzkrise

Griechenland kann Schulden nicht zurückzahlen

Berlin Dramatische Stunden in Brüssel, Berlin und Athen: In Griechenland haben die Geldhäuser geschlossen, nur noch Mini-Beträge können abgehoben werden. Nun kann Athen auch seine Schulden beim Internationalen Währungsfonds (IWF) nicht mehr bedienen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) findet erneut harte Worte.

Griechenland kann Schulden nicht zurückzahlen

Parlament in Athen: Schon am 30. Juni sollte Griechenland rund 1,6 Milliarden Euro an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückzahlen. Das wird aber nicht passieren. Foto: Simela Pantzartzi

Griechenland wird die im Juni fällige Rate an den Internationalen Währungsfonds (IWF) nach Angaben von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble nicht zahlen. "Griechenland hat angekündigt, den IWF nicht zu bezahlen, damit entfällt jede künftige Zahlung durch den IWF", sagte Schäuble am Montagabend im ARD-"Brennpunkt".

Erstes entwickeltes Land, das nicht zahlt

Der IWF in Washington wollte den Ausfall der fälligen Rate am Montag nicht kommentieren. Sollte das Geld nicht eingehen, wäre Griechenland das erste entwickelte Land, das seine IWF-Schulden nicht pünktlich zahlt. 

Griechenland sollte an diesem Dienstag eine fällige Rate von knapp 1,6 Milliarden Euro an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückzahlen. Der IWF hatte Athen bereits zugestanden, eigentlich früher fällige Beträge gebündelt am Ende des Monats zurückzuzahlen. Einen weiteren Aufschub hatte IWF-Chefin Christine Lagarde allerdings ausgeschlossen.

"Jegliches Vertrauen zerstört"

Schäuble kritisierte den Kurs der griechischen Regierung in den Verhandlungen über den künftigen Reformkurs abermals heftig. "Diese Regierung hat jedes Vertrauen zerstört und damit dem laufenden Programm jede Grundlage entzogen", sagte er. Die griechische Regierung habe "ein unglaubliches Verhalten an den Tag gelegt".

Zugleich bekräftigte der Finanzminister, dass die Tür für weitere Hilfen offen bleibt. "Wir sind weiter bereit, Griechenland und dem griechischen Volk zu helfen." Auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich am Montag in dieser Richtung geäußert: Sollte die griechische Regierung um Gespräche bitten, "werden wir uns solchen Verhandlungen selbstverständlich nicht verschließen", sagte Merkel nach einem Treffen mit den Partei- und Fraktionschefs von Union, SPD, Linke und Grünen in Berlin. "Wenn jemand mit uns sprechen möchte, sind wir jederzeit bereit zu sprechen."

Die Kassen sind leer

EU-Währungskommissar Pierre Moscovici äußerte sich bereits im Vorfeld skeptisch. Die Kassen in Athen seien leer, sagte er dem französischen Sender RTL. Ohne Einigung auf ein Reformpaket fließen 15,5 Milliarden Euro Hilfen nicht, die die Geldgeber - Internationaler Währungsfonds (IWF), Europäische Zentralbank (EZB) und die Partner in Europa - zuletzt in Aussicht gestellt hatten.

Internationale Pressestimmen

"Griechenland bestimmt sein Schicksal"

Berlin/Athen Die verschärfte Griechenland-Krise beschäftigt die internationale Presse am Montag. Von einem politischen Erdbeben und politischem Schaden für Europa ist die Rede. Ein Auszug aus den Kommentaren.mehr...

dpa

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