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Nur ein Grexit würde schaden

Griechische Krise hat kaum Auswirkungen auf NRW

Düsseldorf/Bonn Alles schaut gespannt auf die dramatische Finanzkrise in Griechenland. Die NRW-Wirtschaft hat allerdings nur wenig unmittelbaren Austausch mit dem Land. Angst muss sie deshalb nur vor einer europaweiten Krise - und damit vor einem griechischen Austritt aus der Eurozone - haben.

Griechische Krise hat kaum Auswirkungen auf NRW

Griechische Euro-Münzen: Kommt der Grexit? Foto: Oliver Berg

Die nordrhein-westfälische Wirtschaft wird von der Schuldenkrise in Griechenland unmittelbar kaum betroffen. "Was Handel und Investitionen angeht, ist Griechenland nur ein Randthema", sagte am Montag ein Sprecher der Industrie- und Handelskammer Düsseldorf. Auf Griechenland entfielen lediglich 0,4 Prozent der Gesamtexporte aus NRW, sagte ein Sprecher des Düsseldorfer Wirtschaftsministeriums.

Es drohen heftige Wachstumsverluste

Von Entwarnung ist Deutschlands bevölkerungsstärkstes Bundesland aber dennoch weit entfernt: Ein "Grexit" (Ausstieg Griechenlands aus dem Euro) könnte den gesamten Euro-Raum negativ beeinflussen, sagte der Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in Düsseldorf, Prof. Gustav Horn. "Statt einer soliden Aufwärtsentwicklung drohen dann auch in Deutschland heftige Wachstumsverluste." Das beträfe natürlich auch NRW.

Berlin Dramatische Stunden in Brüssel, Berlin und Athen: In Griechenland haben die Geldhäuser geschlossen, nur noch Mini-Beträge können abgehoben werden. Nun kann Athen auch seine Schulden beim Internationalen Währungsfonds (IWF) nicht mehr bedienen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) findet erneut harte Worte.mehr...

Vorerst ist die Lage noch entspannt: Laut Statistischem Landesamt stand Griechenland von Januar bis April 2015 unter den Exportländern der NRW-Wirtschaft auf Platz 38, beim Import auf Rang 50. Exportiert wurden in der Zeit Güter für rund 236 Millionen Euro, importiert Waren für rund 106 Millionen Euro. Mehr als ein Drittel der Importe waren dabei Agrarerzeugnisse. Wichtigster Handelspartner der NRW-Wirtschaft ist das Nachbarland Niederlande.

Geringe Handelsrisiken

Insgesamt betrug das Außenhandelsvolumen Nordrhein-Westfalens mit Griechenland 2014 nur gut eine Milliarde Euro, wobei etwa doppelt so viel exportiert wurde wie eingeführt. Die Griechen kauften in NRW unter anderem Medikamente, chemische Produkte, Maschinen und Autos, wie das NRW-Wirtschaftsministerium mitteilt. Eingeführt wurden neben Lebensmitteln unter anderem Kleidung, Kunststoff und Metalle.

Die Exporte aus NRW sind nach Angaben des Wirtschaftsministeriums zwischen 2007 und 2014 von 1,2 Milliarden auf 740 Millionen Euro zurückgegangen. Die Importe aus Griechenland nach NRW verringerten sich im selben Zeitraum von 590 auf 340 Millionen Euro. "Vor diesem Hintergrund werden die Handelsrisiken für die NRW-Wirtschaft aufgrund der griechischen Schuldenkrise als sehr begrenzt eingeschätzt", sagte ein Ministeriumssprecher.

Auswirkungen sehr begrenzt

Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer hält die direkten Auswirkungen der Krise ebenfalls für begrenzt. Der Anteil Griechenlands am Konzernumsatz liege "im Promillebereich", sagte ein Sprecher. Die Deutsche Telekom erklärte, ihre griechische Tochter OTE sei weiter finanziell gut aufgestellt sei. "OTE ist in hervorragender Verfassung", sagte ein Sprecher am Montag. Die finanzielle Lage des Unternehmens sei nicht mit derjenigen des griechischen Staates vergleichbar. Die Telekom hält derzeit 40 Prozent am griechischen Telekom-Konzern OTE.

Zu Jahresbeginn hatte der Düsseldorfer Handelsriese Metro sich nach gut 20 Jahren auf dem Auslandsmarkt mit seinen Großmärkten aus Griechenland zurückgezogen. Metro verkaufte neun Märkte mit rund 1000 Beschäftigten an den griechischen Wettbewerber Sklavenitis. Metro-Chef Olaf Koch will sich auf Länder mit starker Marktposition konzentrieren und hat deshalb auch andere schwächere Auslandsengagements etwa in Vietnam verkauft.

Internationale Pressestimmen

"Griechenland bestimmt sein Schicksal"

Berlin/Athen Die verschärfte Griechenland-Krise beschäftigt die internationale Presse am Montag. Von einem politischen Erdbeben und politischem Schaden für Europa ist die Rede. Ein Auszug aus den Kommentaren.mehr...

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