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Große Kirche Aplerbeck ist 140 Jahre alt

"Geburtstag"

APLERBECK Seit 140 Jahren überragt der Turm der Großen Kirche das Ortszentrum von Aplerbeck. Rund 65 Meter schraubt er sich in den Himmel. Weit sichtbar aus allen Himmelsrichtungen.

von Von Jörg Bauerfeld

, 05.01.2010
Große Kirche Aplerbeck ist 140 Jahre alt

Ab 1867 wurde die Große Kirche in nur zwei Jahren erreichtet. Im Dezember wurde sie 140 jahre jung.

Am 12. Mai 1945, in den letzten Tagen des II. Weltkrieges, rettete diese exponierte Lage höchstwahrscheinlich vielen Aplerbeckern das Leben. Denn da wehte vom Glockenturm die weiße Fahne und „verhinderte so den Beschuss Aplerbecks durch die Amerikaner“, berichtet Siegfried Liesenberg, Heimatforscher und Mitglied des Fördervereins Große Kirche Aplerbeck.

Dieses Friedens-Symbol war in der noch jungen Geschichte der Großen Kirche das wahrscheinlich wichtigste Ereignis. Denn: 140 Jahre sind für ein Gotteshaus noch kein Alter. Dennoch war es der Gemeinde wichtig, den Geburtstag Ende Dezember zu feiern. Mit einem Gottesdienst, einem Konzert und einer kleinen Ausstellung zur Entstehungsgeschichte. Die reicht zurück bis auf den 9. April 1867. Da trat der Gemeinderat zusammen und entschied über den Bau des Gotteshauses im ehemaligen Pastorengarten. Aufgrund der Industrialisierung wuchs und wuchs die Aplerbecker Bevölkerung. Die Georgs-Kirche an der Ruinenstraße wurde zu klein, ein größeres Gotteshaus musste her. Aber wenn möglich nicht zu teuer. Denn die meißten Geldmittel flossen in die Industrie. So wurde die Große Kirche eine „Kirche von der Stange“. „Die Schwesterkirche steht in Gütersloh und sieht unserer zum verwechseln ähnlich“, so Liesenberg. Der Baumeister Christian Heiden errichtete den Bau in nur zwei Jahren. Im Laufe der Jahre ersetzte die Große Kirche das alte Gotteshaus an der Ruinenstraße. Mit der Zeit änderte insbesondere der Innenraum häufig sein Aussehen – nicht immer zum Vorteil. „Um 1900 wurde die Kirche auch die schwarze Kirche genannt“, erklärt Siegfried Liesenberg. Der Grund war eine blaue Deckenfarbe, die sich mit der Zeit tiefschwarz färbte. Der Anstrich, so wie man in heute sieht, „ist um 1935 entstanden“, so Liesenberg.

Mit den Jahren änderte die Kirche auch ihre Bestimmung – zumindest teilweise. Seit 1999 entwickelte sie sich immer mehr zum klassischen Konzernstandort. „Nur die gut besuchten Gottesdienste finden hier noch statt“, so Liesenberg. Die ständigen Messen werden heute wieder in der Georgs-Kirche abgehalten.