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Große Nachfrage bei 24-Stunden-Kita

Neubrandenburg (dpa) Auf den ersten Blick ist die Kita «Glühwürmchen» eine ganz normale Kindertagesstätte: Spielzimmer mit bunten Wänden, winzig kleine Tische, Stühle in Zwergengröße und jede Menge Spielzeug.

Große Nachfrage bei 24-Stunden-Kita

Die beiden Laras und Erzieherin Myrhee beim gemeinsamen Abendessen. (Bild: ZB-FunkregioOst)

Beim zweiten Blick aber wird klar: Der Name für Mecklenburg-Vorpommerns erste 24-Stunden-Kita ist nicht zufällig gewählt: In einem Raum stehen aufgereiht kleine blaue Bettchen mit Kissen und Decken, an denen die Zwerge von Schneewittchen ihre helle Freude hätten. Diesmal ist es die kleine Lara, die sich in eines der Betten kuschelt.

Die Zweijährige schläft in der Kita und findet es offensichtlich völlig normal, von Erzieherin Ute Myrhee statt von Mama und Papa ins Bett gebracht zu werden. «Wir machen alles wie zu Hause», erklärt Myrhee das Rezept, damit die Kinder sich wohlfühlen. Nach Abendbrot und Zähneputzen liest sie Lara deshalb auch noch eine Geschichte vor.

Die Idee zur 24-Stunden-Kita hatte Myrhees Kollegin Sabine Haese. In ihrem Bekanntenkreis hätten sich viele genau das gewünscht. Die Arbeit habe sich verändert. Im Handel und in Call-Centern werde länger gearbeitet, Krankenschwestern seien im Schichtdienst. Ohne Förderung bauten die beiden Frauen die Kita in einem ehemaligen Hotel auf, im Februar 2008 wurde sie eröffnet. Die Betriebserlaubnis lässt 24 Kinder bis zu sechs Jahren zu. Die Frauen wollen Familien eine Betreuung des Nachwuchses anbieten, in denen die Eltern in Schichten und am Wochenende arbeiten. Seit Mai schlafen die ersten Kinder hier - und das Konzept kommt an. «Wir haben immer noch mehr Nachfragen, als wir Kinder aufnehmen können», sagt Myrhee.

Vorurteile, die ihre Kita mit einer Wochenkrippe zu DDR-Zeiten vergleichen, wo Kinder montags bis freitags betreut wurden, gebe es zwar noch, seien aber unberechtigt. Das sei weder das Ziel, noch von den Eltern gewollt. «Die Eltern versuchen schon, dass ihre Kinder zu Hause oder bei der Oma schlafen können», erzählt Myrhee. Nur wenn es nicht anders gehe, übernachteten die Kleinen in der Kita. Eine Woche vorher sollte das klar sein, damit die Dienste der fünf Mitarbeiterinnen eingeteilt werden können.

So ist das auch bei Lara. Ihre Mutter Janine Masch arbeitet im 24-Stunden-Schichtsystem eines Call-Centers, ihr Lebensgefährte ist für seinen Job ständig unterwegs. «Ohne die Kita könnte ich nicht arbeiten», sagt Laras Mutter. «Trotzdem ist es immer wieder komisch, sie abzugeben.» Aber sie wisse, die Kleine fühle sich wohl.

So wie heute Abend. Ohne ihre Mama kuschelt sich die Zweijährige an die Erzieherin. Die anderen Kinder sind längst zu Hause. Sonst schlafen auch drei bis vier der Kleinen im «Glühwürmchen». Beim Abendbrot hatte Lara noch Gesellschaft - mit ihrer dreijährigen Freundin, die ebenfalls Lara heißt, haben sie Äpfel und Pflaumen ausgesucht, die Teller zum Tisch getragen und beim Essen wichtige Dinge über den Weihnachtsmann besprochen. Der dürfte jetzt schon alle Hände voll zu tun haben, Geschenke zu besorgen, waren sich die beiden Mädchen sicher.

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