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Großer Basar beschenkte Flüchtlinge vom Grevendicks Feld

Holte-Grundschule

Bewohner des Flüchtlingsheims Grevendicks Feld konnten am Samstag auf einem großen Basar in der Holte-Grundschule ihre Habseligkeiten etwas aufstocken. Über die zahlreichen Sachspenden freuten sich nicht nur die Flüchtlings-Kinder.

LÜTGENDORTMUND

von Von Frederic Gremler

, 19.06.2012
Großer Basar beschenkte Flüchtlinge vom Grevendicks Feld

Die Organisatoren hatten für die Besucher des Basars neben Hausrat auch viel Spielzeug für die Kinder im Angebot.

Mit Spielzeugauto in der Hand und Feuerwehrhelm auf dem Kopf hastet ein kleiner, dunkelhäutiger Junge zwischen Einkaufstasche der Mutter und Spielzeugtisch hin und her - die Augen glänzen. „Das will ich“, ruft er und steckt das Auto hinein in die Tüte.Mutter und Vater durchsuchen derweil die Wühltische nach Kleidung. „Wir kriegen unglaublich wenig Unterstützung“, bemängelt Simren Sachdeva die Hilfeleistungen des Staats. Seit zehn Monaten lebt die 15-Jährige mit Cousine, Onkel, Bruder und Eltern im Flüchtlingsheim Grevendicks Feld. Aus Afghanistan ist die hinduistische Familie vor Taliban und Unterdrückung geflüchtet. Überschwänglich bedankt sie sich bei den Helfern und Spendern: „Das war sehr nett.“  

 Mehr als 100 Bewohner des Heims im Grevendicks Feld nutzten an diesem Samstag die Möglichkeit, ihre spärlichen Habseligkeiten etwas aufzustocken. Unzählige Sachspenden von Kinderkleidung über Spielzeug bis zu Hausrat drapierten Helfer in der umfunktionierten Holte-Grundschule.  Die Ehrenamtlichen kommen zum Großteil aus dem Dialogforum Lütgendortmund. Darin schlossen sich vor einiger Zeit Parteien, Jugendamt, Kirchengemeinden und engagierte Bürger zusammen, um die Flüchtlinge zügig zu integrieren und zu unterstützen.So zum Beispiel Mohammed El Yakoubi. Seine Motivation: „Diesen Menschen zu helfen.“ Er arbeitet im Jugendamt mit unbegleiteten, minderjährigen Migranten. Am Bazar jedoch nimmt er freiwillig teil.

 Zum Dialogforum gehört auch die Holte-Grundschule, deren Aula nun plötzlich Kaufhaus ist. Die Kinder der Flüchtlinge besuchen die von Dr. Martina Röhr geleitete Schule. Aus diesem Grund stammen auch viele Spenden von Eltern deutscher Schüler. Für Martina Röhr sind die Sprösslinge eine Bereicherung. „Die Kinder lernen, dass wir alle unterschiedlich sind“, erklärt sie, während fremde Sprachen durch den Raum hallen. Sind schließlich Taschen voll und Bedürfnisse erfüllt, bleibt nur noch der Magen leer. Auch für ihn haben die Organisatoren mit Kuchen und Kaffee gesorgt. Währenddessen fährt ein Transporter des Betreibers European Homecare die prallen, von der Dogewo gespendeten Tüten zum Heim im Grevendicks Feld.

 Am Eingang der Schule sitzt Sandra Holtmann, Leiterin des Heims im Grevendicks Feld, das gut 300 Flüchtlinge fasst. Zum zweiten Mal organisiert sie den Basar mit ehrenamtlicher Unterstützung des Dialogforums. Und der Lohn der ganzen Arbeit? „Wir danken euch“, sagt Simren Sachdeva. Mehr Motivation braucht es nicht.