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Sicherungsverwahrung

Gutachterin: Marcel H. droht lebenslange Haft

BOCHUM/HERNE Sicherungsverwahrung, lebenslange Haft, besondere Schuldschwere: Dem mutmaßlichen Doppelmörder von Herne, Marcel H. (20), droht nun doch eine Bestrafung nach dem Erwachsenenstrafrecht. Eine Gutachterin attestierte ihm psychopathische, narzisstische und sadistische Persönlichkeitszüge.

Gutachterin: Marcel H. droht lebenslange Haft

Marcel H. hat über seinen Verteidiger gestanden, Anfang März erst den neunjährigen Nachbarsjungen Jaden und anschließend einen 22-jährigen Ex-Schulfreund umgebracht zu haben. Foto: dpa

Zwei Gutachterinnen sprachen sich am Donnerstag im Prozess gegen den mutmaßlichen Doppelmörder von Herne gegen das mildere Jugendstrafrecht aus - sie empfahlen die Anwendung von Erwachsenstrafrecht.

Folgen die Richter am Bochumer Landgericht dem Rat der psychiatrischen und psychologischen Sachverständigen, so könnte gegen den 20-Jährigen auch eine lebenslange Haftstrafe verhängt werden. Dazu muss man wissen: Nach Jugendstrafrecht wären „nur“ maximal 15 Jahre Jugendhaft möglich. Die Sachverständigen legten sich in der Frage der Reifebeurteilung aber klar fest, dass Marcel H. „zur Tatzeit nicht mehr einem Jugendlichen gleich gestanden hat“. Folge sei, dass bei ihm daher das Erwachsenstrafrecht anzuwenden sei.

Bochum/Herne Im Prozess um den grausamen Doppelmord von Herne haben die Mütter der getöteten Jaden und Christopher am Montag von Marcel H. (20) jeweils mindestens 100.000 Euro Schmerzensgeld gefordert. Dabei spielten die perfiden Bilder, die Marcel H. von seinen Opfern veröffentlichte, eine besondere Rolle.mehr...

Trotz des jungen Alters zur Tatzeit (19 Jahre und vier Monate) habe Marcel H. bereits eine derart feste Persönlichkeit ausgebildet, die in seinem Fall von zahlreichen „problematischen Aspekten“ geprägt sei. Dazu gehörten insbesondere „psychopathische, narzisstische und auch sadistische Aspekte“. Und eben diese Persönlichkeitsdefizite könnten laut Professorin Dr. Sabine Nowara beispielsweise in einem Jugendstrafvollzug, der ja in erster Linie pädagogisch geprägt sei und bestenfalls auch während des Vollzugs eine gewisse Nachreifung bringen solle, nicht mehr erreicht beziehungsweise korrigiert werden.

Marcel H. zeigt wohl zum ersten Mal Reue

Marcel H. quittierte die Empfehlungen der Gutachterinnen wie immer – ohne den Hauch einer äußerlichen Regung. Bei dem 20-Jährigen hat aber offenbar mittlerweile auch ein gewisser Nachdenkprozess eingesetzt. Zu Beginn des Prozesstages hatte Richter Stefan Culemann am Donnerstagmorgen den Inhalt eines Briefes an seine Mutter vom 7. Januar 2018 verlesen. Darin offenbarte der mutmaßliche Doppelmörder erstmals Anzeichen von Reue. Marcel H. schrieb darin unter anderem, dass er im Prozess bei den zuletzt gezeigten Emotionsausbrüchen von Christophers Mutter, die ihm im Saal direkt gegenüber sitzt, erstmals realisiert habe, was für einen Schaden er „verursacht“ habe. „Ich sah eine verzweifelte Mutter und jeder Gedanke daran schnürt mir die Kehle zu“, heißt es in dem Brief. Beendet wird das Schreiben mit der Grußformel: „Dein ratloser Sohn Marcel.“

Urteil soll noch im Januar fallen

Marcel H. hat über seinen Verteidiger Michael Emde bereits gestanden, im März 2017 den neunjährigen Jaden und den 22-jährigen Christopher umgebracht zu haben. Am 25. Januar sollen nun voraussichtlich die Plädoyers gehalten, am 31. Januar (14 Uhr) das Urteil verkündet werden.

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