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HSV oder Wolfsburg droht erster Abstieg

Berlin. Vor den Schicksalspielen im Abstiegskampf verliert Wolfsburg schon einmal das Duell um die Stadionauslastung. Heiß her geht es im Ringen um die internationalen Plätze. Bewerber gibt es reichlich.

HSV oder Wolfsburg droht erster Abstieg

Für den HSV und Trainer Christian Titz geht es am letzten Spieltag um alles. Foto: Daniel Bockwoldt

Spannung um Europa und im Abstiegskampf: Am 34. und letzten Spieltag der Fußball-Bundesliga spielen alle 18 Mannschaften zeitgleich.

Am Samstag (15.30 Uhr) fallen Entscheidungen im Kampf um die Plätze in der Champions- und in der Europa League sowie um den Klassenverbleib. Nur in einer Partie steht nichts mehr auf dem Spiel.

UNERFREULICHE PREMIERE: Einen wird es erwischen. Entweder den VfL Wolfsburg oder den Hamburger SV: Einer der beiden Clubs wird gegen 17.20 Uhr zum ersten Mal aus der Bundesliga abgestiegen sein. Die Wölfe, die seit dem Aufstieg 1997 ununterbrochen im Oberhaus spielen und die zwei Punkte vor dem HSV stehen, haben zwar die bessere Ausgangslage - ihnen reicht voraussichtlich ein Punkt für die Relegation. Doch nach drei punktlosen Spielen ist der Rückhalt bei den Fans geschwunden. Das Stadion wird beim Schicksalsspiel gegen Köln nach Clubangaben wohl nicht ausverkauft sein, trotz reduzierten Fassungsvermögens.

Beim HSV herrscht dagegen Abstiegskampfeuphorie. Für das entscheidende Heimspiel gegen Mönchengladbach sind alle Tickets weg, die Hoffnung auf eine erneute Wunderrettung des Bundesliga-Dinos und die 56. Erstliga-Spielzeit in der kommenden Saison lebt. Auch der SC Freiburg, der sich mit einem Punkt gegen Augsburg von allen Sorgen entledigen kann, tritt vor ausverkauftem Haus an.

REKORD ZUM ABSCHIED: In der Münchner Arena stehen die fast zur Gewohnheit gewordenen Meisterfeierlichkeiten an. Nach der Partie gegen Stuttgart gibt es die Schale für den überlegenen Titelträger, der zum sechsten Mal in Serie Meister ist. Emotionen dürfte vor allem der Abschied von Trainer Jupp Heynckes hervorrufen, der sein letztes Heimspiel auf der Bank der Bayern erleben wird. Der 73-Jährige holt sich zum Schluss noch einen Rekord: Mit 1038 Bundesligaspielen als Trainer und Spieler überholt er Otto Rehhagel (1037).

KAMPF UM DIE KÖNIGSKLASSE: Vier Clubs schielen auf zwei Champions-League-Plätze. Hoffenheim will mit einem Heimsieg gegen Borussia Dortmund erstmals die Königsklasse erreichen. „Historisch“ wäre das für den Dorfclub, sagte TSG-Trainer Julian Nagelsmann. Für die sichere Champions-League-Qualifikation bräuchte der Tabellenvierte einen Sieg mit zwei Toren Unterschied im Duell gegen den drittplatzierten BVB, der seinen Startplatz im Fall einer Niederlage noch verlieren könnte. Leverkusen und Leipzig lauern auf ihre Chance. Dafür sind Siege aber Voraussetzung: Bayer trifft auf Hannover, RB auf Hertha. Auch Frankfurt (in Schalke) hat noch theoretische Chancen. Doch das rechnerisch mögliche Szenario ist absolut unwahrscheinlich.

EUROPA-LEAGUE-ENDSPIELE: Neben den Champions-League-Aspiranten können noch Stuttgart und Mönchengladbach auf einem Europa-League-Rang landen. Vor allem für den lange Zeit abstiegsbedrohten VfB wäre das Erreichen des internationalen Geschäfts ein kaum für möglich gehaltenes Happy-End. Doch mit der Auswärtspartie bei Meister Bayern liegt eine sehr schwere Abschlussaufgabe vor dem Aufsteiger. Trainer Tayfun Korkut kommentierte die „Zieht-den-Bayern-die-Lederhos'n-aus“-Gesänge der eigenen Fans nüchtern: „Die Hose sitzt sehr, sehr fest.“

DIE ENTSPANNTE PARTIE: In allen anderen Paarungen steht für mindestens ein Team noch etwas auf dem Spiel - der internationale Wettbewerb oder der drohende Absturz in die Zweite Liga. Beim Spiel Mainz gegen Bremen geht es für beide Mannschaften dagegen um nichts mehr. Beide Teams sind ihre Abstiegssorgen los. Die Mainzer retteten sich am vergangenen Spieltag mit einem Überraschungssieg in Dortmund. Werder stellte seinen Klassenverbleib eine Woche zuvor sicher.

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