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HSV setzt Zeichen: Trainer Titz soll auf jeden Fall bleiben

Hamburg. Der HSV hat sich entschieden. Christian Titz bleibt nach Wunsch des Vereins Cheftrainer - und zwar ligaunabhängig. Nur Details sind noch zu klären. Zwei Tage vor dem entscheidenden Abstiegsspiel gegen Gladbach wollen die Verantwortlichen ein Zeichen setzen.

HSV setzt Zeichen: Trainer Titz soll auf jeden Fall bleiben

Bereitet den HSV auf den letzten Bundesliga-Spieltag vor: Trainer Christian Titz. Foto: Daniel Reinhardt

Klassenverbleib oder Abstieg - beim Hamburger SV ist das in der Trainerfrage nicht mehr wichtig. Christian Titz soll auf jeden Fall der Coach der Mannschaft bleiben, auch in der 2. Liga!

Unmittelbar vor dem finalen Akt in der Fußball-Bundesliga mit der Abstiegsentscheidung am Samstag hat sich die stark ausgedünnte Führung des Traditionsvereins zu dem Entschluss durchgerungen. Noch ist der Vertrag nicht unterschrieben, weil erst nach der Saison die letzten Details geklärt werden. Das soll auch in der Mannschaft ein Zeichen setzen und zugleich Aufforderung sein: Zeigt, dass ihr mit eurem Coach Berge versetzen könnt!

Nachdem 2000 Fans am Donnerstagvormittag zum Training des Tabellen-17. gepilgert waren, Mannschaft und Trainer ausgiebig gefeiert und besungen hatten, war wohl auch Restvorstand Frank Wettstein und Aufsichtsratschef Bernd Hoffmann klar: Von diesem Coach können wir uns nicht trennen. Noch vor Wochen hatte Hoffmann angedeutet, bei Abstieg einen anderen Trainer verpflichten zu wollen. Ihm schwebte ein namhafter Fußball-Lehrer vor, der schon hier und da seine Duftmarke hinterlassen hat. Jedoch, das weiß Hoffmann zur Genüge, ist gerade dieses Vorhaben regelmäßig in die Hose gegangen.

Titz ist der Mann der Erneuerung beim HSV. Er lässt Fußball spielen, statt Fußball zu kämpfen, er baut die Jugend ein und setzt damit so stark auf die Zukunft wie keiner seiner Vorgänger. „Ich bin ein Trainer, der für ein eigene Spielidee steht. Wir müssen das Spiel mit dem Ball vorantreiben und Lösungen finden, wie wir in der Offensive mehr zum Erfolg kommen können“, sagt Titz. Routinier Aaron Hunt bekennt: „Wir spielen einen ganz anderen Fußball.“

Reihenweise hatten Experten und Prominente den 47 Jahren alten Coach gelobt und sich für eine Verlängerung seines Vertrages ausgesprochen. Zuletzt Matthias Sammer. Der künftige BVB-Berater schwärmt geradezu vom gebürtigen Mannheimer. „Wenn der HSV das über die ganze Saison mit Christian Titz gezeigt hätte, wäre der HSV doch niemals in der aktuellen Situation“, lobte Sammer. „Er verwaltet nicht, er lässt agieren. Ballbesitz, Offensive und Mut. Er lässt nicht konservativ defensiv agieren, er will nach vorne spielen. Diese Art und Weise gefällt mir.“

Als Titz vor gut sieben Wochen von der U21-Regionalliga-Mannschaft des Vereins zum Bundesliga-Coach befördert worden war, änderte sich nahezu alles in der verunsicherten und oftmals desolaten Truppe. Der Fußball-Fachmann ist nicht nur ein Theoretiker, der mehr als 50 Bücher über Schusstechniken, Dribbeln, Finten und Zweikampfverhalten geschrieben hat. Titz zeigt sich auch als Mann der Praxis, der weiß, wie man den Profis einen erfolgreichen Weg zum Tor weist. Und zwar im Eiltempo. Erstaunlich, dass sich seine Fähigkeiten nie bis bis zum Profibereich herumsprachen. Zumeist betreute er Jugendteams sowie viert- bis fünftklassige Regionalliga- und Oberliga-Mannschaften.

Noch geht nicht alles auf, was der Coach der Truppe lehrt, aber der Wandel in Richtung einer kultivierten Spielweise ist unübersehbar. Drei von den sieben Partien unter seiner Führung hat der HSV gewonnen, eine unentschieden gespielt. Titz ist nicht nur ein passionierter Fußballlehrer, er ist auch ein feinfühliger Psychologe. Er hört in das Team hinein, erkennt die Befindlichkeiten und entscheidet dann. Das kann auch härter ausfallen, wie die ins U21-Training abgeschobenen Walace und Mergim Mavraj erfahren mussten.

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