Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Nach Kirchen-Massaker

Händler nehmen Konföderierten-Flagge aus Sortiment

COLUMBIA Eigentlich ist das rote Banner mit dem blauen Andreaskreuz in den USA vor allem ein Politikum. Doch nach dem blutigen Kirchen-Massaker in Charleston ziehen nun auch Einzelhändler Konsequenzen: Ebay, Walmart und Co. verbannen die Konföderierten-Flagge aus ihrem Angebot.

Händler nehmen Konföderierten-Flagge aus Sortiment

Nicht nur in South Carolina, auch in Los Angeles brannten die Flaggen. Foto: Michael Nelson

Der seit Jahren andauernde Streit über die Konföderierten-Flagge aus der Zeit des US-Bürgerkrieges erreicht den Einzelhandel. Der größte US-Einzelhändler Walmart sowie der Kaufhausbetreiber Sears, dem auch die Discount-Tochter Kmart gehört, wollen den Verkauf von Artikeln mit der rotblauen Flagge laut CNN stoppen. Der Online-Handelskonzern Ebay zog am Dienstag nach und erklärte, die seiner Ansicht nach «Spaltung und Rassismus» symbolisierende Flagge sowie Artikel mit deren Abbild zu verbieten.

Streit um Flagge am Kapitol

In Columbia, der Hauptstadt des Bundesstaats South Carolina, versammelten sich Demonstranten, um gegen die vor dem dortigen Kapitol wehende Flagge zu protestieren. Die republikanische Gouverneurin Nikki Haley will das Banner entfernen lassen, wofür allerdings eine Zweidrittelmehrheit in beiden Parlamentskammern erforderlich ist. US-Regierungssprecher Josh Earnest sagte, die Flagge gehöre nach Ansicht von Präsident Barack Obama in ein Museum. Letztlich müsse der Bundesstaat aber selbst entscheiden.

Neu entfacht wurde die alte Debatte durch das mutmaßlich rassistisch motivierte Kirchen-Massaker in Charleston. Der 21-jährige geständige Schütze, der neun Afroamerikaner bei einem Bibelkreis erschoss, hatte auf mehreren Fotos mit der Flagge posiert. Der rassistische Ku-Klux-Klan und rechtsradikale Gruppen nutzen die Flagge bei Aufmärschen, mit der Afroamerikaner auch nach Abschaffung der Sklaverei im Jahr 1865 eingeschüchtert werden sollten.

Symbol der Sklaverei

Die Flagge aus Bürgerkriegszeiten (1861-1865) steht Kritikern zufolge für die Bereitschaft der damals zusammengeschlossenen Südstaaten, in den Krieg gegen die nördlichen US-Bundesstaaten zu ziehen, um die Sklaverei beibehalten zu können. Befürworter sehen sie dagegen unter anderem als Symbol, um der Opfer ihrer Vorfahren in dem Krieg mit rund 620.000 Toten zu gedenken. Neben South Carolina wird auch in anderen Südstaaten immer wieder über die Verwendung der Flagge diskutiert, etwa in Florida, Georgia und Mississippi.

Amazon und Google ziehen nach

«Wir wollen nie jemanden mit unseren Produkten angreifen», sagte ein Walmart-Sprecher dem Sender CNN. Walmart hatte die Flagge selbst und andere Artikel wie T-Shirts oder Gürtelschnallen mit dem Abzeichen bislang im Angebot. Am Dienstagnachmittag (Ortszeit) erklärten laut US-Medien auch die Online-Riesen Amazon und Google sowie der Einzelhändler Target und Etsy - ein Internet-Marktplatz für Selbstgemachtes -, den Verkauf von Artikeln mit der Flagge zu stoppen.

Auf Ebay sind derzeit etwa noch Tassen, Hundehalsbänder und Schutzhüllen für Smartphones, Tablets und Laptops mit der umstrittenen Flagge im Angebot. «Wir haben uns entschlossen, Konföderierten-Flaggen und viele Artikel mit diesem Abbild zu verbieten, weil es unserer Ansicht na

ch ein zeitgenössisches Symbol für Spaltung und Rassismus geworden ist», teilte Ebay mit. Das Weiße Haus begrüßte den Schritt. Obama will nach Angaben des Weißen Hauses am Freitag die Trauerrede für den in Charleston ermordeten Pfarrer Clementa Pinckney halten. Obama kannte ihn persönlich.

Das Massaker, bei dem sechs Frauen und drei Männer im Alter von 26 bis 87 Jahren starben, hat in den USA neue Ängste über rassistisch motivierte Angriffe geschürt. Es folgt auf Todesfälle mehrerer unbewaffneter Afroamerikaner durch die Hand weißer Polizisten.

von dpa

 

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Sondierungen in Berlin

Optimismus und Skepsis nach Jamaika-Gesprächen

Berlin Jamaika ausloten, Tag zwei: FDP und Grüne wollten am Donnerstag bei ihrem Treffen bei Blumenkohlsuppe und Streuselkuchen nicht zu sehr in Verletzungen der Vergangenheit rumwühlen. Nebenbei rumort es aber ordentlich - vor allem im konservativen Lager.mehr...

Fußball: Champions League

FC Bayern schlägt Celtic Glasgow ohne Probleme

MÜNCHEN Der deutsche Fußball-Meister FC Bayern München hat den Einzug in das Achtelfinale der Champions League wieder fest im Visier. Die Münchner gewannen am Mittwoch am dritten Spieltag der Gruppe B daheim 3:0 (2:0) gegen Celtic Glasgow.mehr...

Nach ersten Gesprächen

Jamaika: "Gutes Gefühl", aber steiniger Weg

Berlin Ein Anfang ist gemacht: Von einem "guten Gefühl" ist die Rede nach der ersten Jamaika-Runde von Union, FDP und Grünen. In den kommenden Tagen folgen weitere Gespräche nun Schlag auf Schlag. Allerdings ist der Weg bis zu einem Koalitionsvertrag noch lang und steinig.mehr...

Nach ersten Gesprächen

Jamaika: "Gutes Gefühl", aber steiniger Weg

Berlin Ein Anfang ist gemacht: Von einem "guten Gefühl" ist die Rede nach der ersten Jamaika-Runde von Union, FDP und Grünen. In den kommenden Tagen folgen weitere Gespräche nun Schlag auf Schlag. Allerdings ist der Weg bis zu einem Koalitionsvertrag noch lang und steinig.mehr...

Urteil naht

13 Jahre Haft gefordert: Camperin vergewaltigt?

BONN 156 Monate Freiheitsentzug – das fordert die Staatsanwaltschaft im Fall gegen einen 31-Jährigen. Dieser soll im April in der Nähe von Bonn eine junge Frau bedroht und vergewaltigt haben. Am Donnerstag soll das Urteil fallen. Der Angeklagte hat zum Vorfall eine völlig andere Sichtweise.mehr...

Politik

Sachsens Regierungschef Tillich wirft nach Wahlschlappe hin

Dresden (dpa) Bei der Bundestagswahl jubelte die AfD in Sachsen - und löste die CDU als stärkste Kraft im Freistaat ab. Nun zieht Regierungschef Tillich persönliche Konsequenzen. Seine CDU wird kalt erwischt.mehr...