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Hängepartie für Dercons Volksbühne

Berlin (dpa) Tag 5 der Volksbühnen-Besetzung. Verhandeln statt vertreiben - so lautet das Motto der Berliner Kulturverwaltung.

Hängepartie für Dercons Volksbühne

Die Berliner Volksbühne bleibt weiter besetzt. Foto: Paul Zinken

Die Hängepartie für Intendant Chris Dercon und sein Team an der Berliner Volksbühne geht weiter. Kultursenator Klaus Lederer (Linke) setzt im Konflikt um die Volksbühne auf "Deeskalation statt Konfrontation".

Seit fünf Tagen besetzen Politaktivisten das Theater am Rosa-Luxemburg-Platz. Die Kulturverwaltung sei seitdem "in permanentem Austausch und im Gespräch mit der Intendanz und den Besetzerinnen und Besetzern", erklärte Lederers Sprecher. Ziel sei es, dass die "Sicherheit aller Menschen, die sich in der Volksbühne aufhalten", gewährleistet werde. Die Volksbühnen-Mitarbeiter müssten in ihrem Haus arbeitsfähig sein.

Der neue Volksbühnen-Intendant Chris Dercon hatte gefordert, dass die Politik "jetzt dringend ihrer Verantwortung nachkommt und handelt". Am Dienstag beschäftigte sich auch der Berliner Senat mit der Situation an der Volksbühne. "Wir haben darüber selbstverständlich gesprochen", sagte Vize-Regierungschefin und Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) im Anschluss. Auf die Frage, ob eine Räumung infrage komme, sagte Pop: "Es wird gesprochen und verhandelt. Eine deeskalierende (...) Lösung ist bekanntermaßen immer die beste, die man anstreben kann."

Florian Kluckert, kulturpolitischer Sprecher der Berliner FDP-Fraktion, erklärte am Dienstag: "Ich erwarte, dass die unrechtmäßige Besetzung mit den Mitteln des Rechtsstaats schnellstmöglich beendet wird, damit das neuberufene Ensemble der Volksbühne endlich ungestört seine Arbeit fortsetzen kann." Die "als Künstlergruppe getarnten Hausbesetzer" führten Lederer vor, indem sie ihm die Kulturpolitik der Stadt diktierten.

Der kulturpolitische Sprecher der Berliner CDU-Fraktion, Robbin Juhnke, sagte, es sei nun die Aufgabe von Lederer, "den Besetzer-Klamauk am Rosa-Luxemburg-Platz zu beenden". Die Volksbühne sei kein rechtsfreier Raum. Der kulturpolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Hans-Joachim Berg, erklärte: "Die Duldung der rechtswidrigen Besetzung ist der nächste rot-rot-grüne Skandal in Berlin." Kunst unter dem Druck der Straße könne keine freie Kunst sein.

Die Besetzer wollen mit ihrer "transmedialen Theaterinszenierung" nach eigenen Angaben "ein Zeichen setzen gegen die aktuelle Kultur- und Stadtentwicklungspolitik". Die Kulturverwaltung erklärte: "Für die stadtpolitischen Forderungen der Besetzer lassen sich Möglichkeiten eröffnen, diese an vielen Orten der Stadt weiter zu diskutieren." Die Forderungen der Besetzer, sich die Volksbühne mit einer kollektiven Intendanz anzueignen, seien nicht erfüllbar.

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