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16-Jährigem droht Verfahren wegen falscher Verdächtigung gegen Bekannten

Amtsgericht Marl

Einer 16-jährigen ehemaligen Halternerin droht ein Verfahren wegen falscher Verdächtigung, weil sie einen Bekannten aus Haltern beschuldigt hatte, ihr in 20 Fällen Drogen verkauft zu haben.

Haltern/Marl

, 04.07.2018
16-Jährigem droht Verfahren wegen falscher Verdächtigung gegen Bekannten

Dem Halterner wurde neben dem Drogenhandel auch Körperverletzung, Bedrohung und vorsätzliche Misshandlung vorgeworfen. © picture alliance / dpa

Obwohl sie bei der polizeilichen Vernehmung genau das angegeben hatte, ruderte die 16-Jährige vor dem Amtsgericht Marl am Dienstagvormittag zurück, nachdem sie mit zwei Stunden Verspätung und auf Drängen der Richterin vor Gericht erschien. „Ich habe keine Ahnung, warum ich das gemacht habe“, sagte die 16-Jährige. „Ich habe gelogen.“

Zwar habe sie Drogen konsumiert, aber immer bei anderen Leuten gekauft und nicht bei dem Angeklagten. Der Beschuldigte hatte zu Beginn der Verhandlung am Dienstag ebenfalls widersprochen, Drogen an Minderjährige verkauft oder weitergegeben zu haben.

Anklage wegen Körperverletzung, Bedrohung und vorsätzlicher Misshandlung

Doch freigesprochen ist der 1990 geborene Angeklagte aus Haltern damit nicht. Eine weitere 17-jährige Jugendliche hatte als Zeugin angegeben, in zwei bis drei Fällen mit weiteren Personen Drogen in der Wohnung des Angeklagten eingenommen zu haben, auch wenn sie nicht bei ihm gekauft habe.

„Manchmal hat er was gegeben, manchmal ich, man hat alles geteilt“, schilderte die 17-Jährige. „Was auf der Platte lag, davon hat jeder etwas genommen. Ich denke, er hat das mitbekommen.“ Zuvor hatte der Angeklagte gesagt: „Vielleicht lag etwas auf dem Tisch.“ Bewusst weitergegeben habe er die Drogen jedoch nicht. Nun steht die Frage im Raum, ob er durch sein Verhalten den Tatbestand der Weitergabe von Drogen erfüllt. Doch dazu soll am 24. Juli erneut eine Zeugin gehört werden.

Darüber hinaus muss sich der Halterner unter anderem wegen Bedrohung, vorsätzlicher Misshandlung und Körperverletzung verantworten. So räumte der Halterner vor Gericht ein, seine Exfreundin Ende Oktober vor einer Nettofiliale ins Gesicht geschlagen zu haben. „An dem Zeitpunkt hatte ich ziemlich viel Ärger, da kam vieles zusammen“, sagte der Angeklagte.

Familie der Exfreundin mit dem Tode bedroht

Ferner gestand er laut Anklageschrift, Ende November ihre Familie mit dem Tode bedroht zu haben, seiner Exfreundin ins Gesicht gebissen und sie gegen die Wand einer Bushaltestelle gedrückt zu haben. Er nahm ihren Rucksack mit und schrieb ihr per WhatsApp, dass sie den Rucksack persönlich abholen müsse. „An die Taten erinnere ich mich, nicht an die Zeiten an sich“, sagt der Halterner, der sich selbst als durchgängigen Betäubungsmittelkonsumenten bezeichnet und sich in entsprechenden Kreisen bewegt.

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