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343 Halterner haben polnische Wurzeln

Verein „Polonicum“ unterstützt Zugezogene

„Die eigene Kultur und Sprache darf nicht vergessen werden“, sagt Joanna Chat. Gemeinsam mit Maja Ewa Wehner und Joanna Fonrobert will sie nun polnische Familien bei der Integration in Haltern unterstützen und hat dafür einen Verein gegründet.

HALTERN

von Von Pascal Albert

, 13.03.2018
343 Halterner haben polnische Wurzeln

Jeden Samstag von 9 bis 12.15 Uhr fördern freiwillige Lehrkräfte des Polonicum Kinder und Jugendliche in einem muttersprachlichen Zusatzunterricht. © Foto: Privat

Über 200.000 Menschen mit einer polnischen Staatsbürgerschaft leben in Deutschland. Davon etwa 5600 im Kreis Recklinghausen. In Haltern sind es zur Zeit 343. Der neugegründete Verein zur Förderung der polnischen Sprache und Kultur „Polonicum“ e.V. hat es sich zum Ziel gemacht, diese Familien in Haltern noch besser zu integrieren und zu unterstützen. „Es war ein Herzenswunsch, den Verein zu gründen“, sagt die erste Vorsitzende Maja Ewa Wehner. Gemeinsam mit Joanna Chat und Joanna Fonrobert gründete sie im November des vergangenen Jahres den Verein. Alle drei kamen mit Mitte 20 nach Deutschland. Joanna Chat konnte damals erst wenige Worte Deutsch sprechen. Mit ihrer Erfahrung wollen die drei Gründerinnen nun anderen Familien in verschiedensten Bereichen helfen. So sollen neue polnischstämmige Familien „beim Start in Deutschland nicht auf sich allein gestellt sein“, erklärt Chat, die sich die Sprache später selbst beibrachte. Aktuell sind 18 Familien aus Haltern Mitglied im Verein.

Neben der Integration polnischstämmiger Bürger legt der Verein auch den Fokus auf die Vermittlung polnischer Geschichte, Landeskunde und Literatur für Kinder und Jugendliche. Dazu findet bereits regelmäßig samstags zwischen 9 und 12.15 Uhr ein muttersprachlicher Zusatzunterricht im Paul-Gerhardt-Haus statt. Man ist der Ev. Kirchengemeinde „sehr dankbar für die Unterstützung“, wie Joanna Chat betont.

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Durch den muttersprachlichen Unterricht soll vor allem auch die Mehrsprachigkeit in den Familien unterstützt werden, denn oftmals reicht es nicht, mit den Kindern nur zuhause polnisch zu sprechen. Da die Kinder vor allem in der Schule oder im Kindergarten nur mit der deutschen Sprache konfrontiert werden, kann aus der Muttersprache Polnisch schnell die Zweitsprache werden. Man will natürlich nicht die deutsche Sprache kleinhalten, aber die Kinder sollen ihre Wurzeln und ihre Muttersprache eben auch nicht verlernen.

Wichtig ist es auch, so betont Maja Ewa Wehner, dass sie sich nicht von der Halterner Gemeinde ausschließen wollen. Vielmehr sollen die deutsch-polnischen freundschaftlichen Beziehungen und der kulturelle Austausch vertieft werden. Außerdem finden regelmäßige Treffen zur Pflege der polnischen Kultur und Tradition statt. Auch gemeinsame Feste, wie das anstehende Osterfest, sind geplant. Dazu sind alle Interessierten eingeladen.

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Oft fehlen den Kindern die Großeltern, die in Polen geblieben sind. Daher würde man sich freuen, auch mehr ältere polnische Bürger bei den Treffen begrüßen zu dürfen. „Sie würden den Verein sehr bereichern“, erklärt Maja Ewa Wehner und Joanna Chat fügt noch hinzu, dass „sie herzlichst eingeladen sind, mit den Kindern zu spielen oder Geschichten zu erzählen.“

Bislang hielt sich der noch junge Verein in der Öffentlichkeit zurück. Die bisherigen Mitglieder sind hauptsächlich Freunde und Bekannte. Jetzt ist es an der Zeit, „die zu erreichen, die noch nichts von uns wissen“, erklären die Gründerinnen.

Der Vorstand des „Polonicum“ kann telefonisch unter 14030 und 01774253466 erreicht werden oder per E-Mail an vorstand@polonicum-hatern.de

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