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41-Jähriger zockte ältere Damen ab

HALTERN/ESSEN „Bis zur Bewährung ist ein ganz weiter Weg“, machte Richterin Nünning einem 41-jährigen Angeklagten aus Haltern klar, der vor der Berufungskammer des Landgerichts Essen einer drohenden Gefängnisstrafe entgehen wollte.

von Von Martina Ricken

, 01.08.2008

Mit viel gutem Willen aller Beteiligter wurde der „weite Weg“ mit dem vom Angeklagten angestrebten Ziel schließlich bewältigt. Zu zwei Jahren und zehn Monaten Freiheitsstrafe hatte das Amtsgericht Marl den Halterner wegen gewerbsmäßigen Betrugs und Diebstahls verurteilt.  Miese Masche Als „ganz schlimm“ bezeichnete Richterin Nünning die Taten des 41-Jährigen, denn seine Opfer waren ausnahmslos ältere Frauen. Über sein Laptop suchte er sich Telefonnummern heraus, die aufgrund der Vornamen darauf schließen ließen, dass die Anschlüsse älteren Frauen gehörten. Betrugsfälle Der gelernte Versicherungskaufmann, der inzwischen auch ein Studium als Immobilienfachwirt absolviert hat, rief die Opfer an, gab sich als Mitarbeiter der Stadtwerke aus und fragte nach, ob eine Benachrichtigung im Briefkasten liege. Er werde gleich vorbeikommen, um einiges zu überprüfen. In den Wohnungen angekommen, bat er die Frauen, ihm Geld zu wechseln, da er nur große Scheine bei sich habe. So baldowerte er aus, wo die Opfer ihr Geld aufbewahrten und griff in einem unbeobachteten Moment zu.Von Voerde bis Ennepetal Mit dieser Masche war der geständige und bereits einschlägig in Erscheinung getretene Angeklagte von Voerde bis Ennepetal tätig. Etliche Fälle, in denen der Angeklagte es bei einem Anruf beließ, stellte die Berufungskammer ein. Übrig blieben 24 Betrugstaten und acht Versuche. Der Gesamtschaden liegt bei mehr als 12 000 Euro. Wiedergutmachung Sein Mandant habe teilweise versucht, den Schaden wiedergutzumachen, gab Verteidiger Wolfgang Zeitler zu bedenken. „Er hat einige Opfer bereits angeschrieben. Aber manche sind verständlicherweise nicht bereit, ihm auch noch ihre Bankverbindung mitzuteilen“, erläuterte der Anwalt. 9000 Euro hatte er in der Tasche. Geld, das ihm der Angeklagte übergeben hat, damit der Anwalt nun die Schadensregulierung übernimmt. Das Gericht erklärte sich mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft bereit, die Strafe auf zwei Jahre mit Bewährung zu reduzieren.

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