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Abwassergebühren steigen in Haltern um sieben Prozent

Teurer, trotzdem günstig

HALTERN Haltern weist bei den Abwassergebühren kreisweit die höchste Steigerungsrate (7 Prozent) auf. Im Vergleich liegt sie damit aber immer noch weit oben auf der Liste der günstigsten Kommunen.

von Von Elke Rüdiger

, 12.08.2010
Abwassergebühren steigen in Haltern um sieben Prozent

Die Abwassergebühren sind gestiegen - in Haltern um sieben Prozent auf 495,50 Euro. Dennoch kommen die Halterner nach Gladbeck und Herten bei der Abrechnung im kreisweiten Vergleich gut weg. In Datteln zahlt ein Musterhaushalt 730 Euro..

In Gladbeck ist die Belastung mit 460,80 Euro am geringsten, in Datteln mit 734,10 Euro am höchsten. Obwohl der Musterhaushalt in Haltern für 2010 mit 495,50 Euro nun 32 Euro mehr als im Vorjahr auf den Tisch legen muss, sind die Gebühren heute immer noch 16,50 Euro niedriger als vor sieben Jahren.

2004 mussten die Halterner 538 Euro berappen, 2005 und 2006 waren es 524 Euro, zwei Euro weniger 2007. Auf 461 bzw. 463 Euro fielen die Gebühren in den vergangenen zwei Jahren. „Damit stehen wir im Kreisvergleich sehr gut da“, sagt Christian Hovenjügen (Fachbereichsleiter Wirtschaftsbetriebe) und wehrt sich gegen den Vorwurf des Bundes der Steuerzahler, viele Kommunen würden die Abwassergebühr durch die „kalkulatorischen Kosten“ (Abschreibungen, Zinsen, Abwasserabgabe) ohne Not in die Höhe treiben. Hovenjürgen sagt, man dürfe nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Haltern sei eine Flächengemeinde mit vielen Kanal-Kilometern, deren Unterhalt sich verhältnismäßig wenig Bürger teilen. Andersherum: Die beiden günstigeren Kommunen Herten und Gladbeck haben für viel weniger Fläche 25 000 bzw. 40 000 mehr Menschen, um die Kosten zu verteilen.

Diese müssen jedes Jahr den veränderten Bedingungen angepasst und der Bedarf neu kalkuliert werden. Fixe Kosten, so Hovenjürgen, seien u.a. die Abgaben an den Lippeverband, der für die Reinigung des Wassers zuständig ist. An ihn gehe der dickste Batzen der Kostensteigerung (70 Prozent): 151 000 Euro mehr als im Vorjahr.   Hovenjürgen erklärt: „Wir kalkulieren heute die Kosten für 2011. 2012 wissen wir, dass wir zu viel oder zu wenig eingeplant haben. Ersparnisse schlagen sich in den nachfolgenden Kalkulationen durch geringere Abgaben nieder. Fallen die tatsächlichen Kosten höher aus, wird die Differenz umgelegt: Die Abrechnung wird für jeden teurer.

Haltern ermittelt die Gebühren mittels Wiederbeschaffungszeitwert, nicht mit dem Anschaffungswert: In der Regel steigen Preise, auch Kanalnetze werden nicht günstiger. Eines Tages aber müssten sie erneuert werden. Um den Umwelt- und Sicherheitsstandard mindestens zu halten, kalkuliere man den voraussichtlichen Aufpreis gleich mit ein.

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