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Alleskönner rund um Busse

HALTERN Vorbei sind die Zeiten, in denen Busfahrer nur Busse gelenkt haben. Heute ist Flexibilität gefragt. Dieser Anforderung trägt der neue Ausbildungsberuf „Fachkraft im Fahrbetrieb“ (FiF) Rechnung.

von Von Elke Rüdiger

, 28.08.2008
Alleskönner rund um Busse

Andre Korste mit einem Modellbus

FiFler sind Alleskönner: Sie lernen das reine Fahren, achten auf Sicherheit, Kundenfreundlichkeit, Umweltbelange. Auch Marketing und Wirtschaftskunde stehen auf ihrem Lehrplan. Darüber hinaus beraten sie Kunden über Tarife und Linienverbindungen, Angebote des eigenen Unternehmens sowie mit anderen Verkehrsdienstleistern.

Damit nicht genug – sie verkaufen auch Leistungen, führen die erforderlichen Abrechnungen durch und wirken bei Kalkulationen mit. In Stresssituationen wirken sie durch ihre ruhige und sachliche Art auf die Vermeidung beziehungsweise Entschärfung von Konflikten hin.

„Bus fahren ist absolut klasse“, schwärmt André Korste über die „Langen“, die selbst manchen erfahrenen Bus-Chauffeur ins Schwitzen bringen. Seit Ende März sitzt der 19-Jährige hinter dem Lenkrad der Linienbusse des Unternehmens Optimal Reisen und ist einer der jüngsten Busfahrer in Nordrhein-Westfalen. Es ist aber nicht nur der Fahrspaß. „Es ist auch die Abwechslung, die mir gefällt.“ Genau diese „Abwechslung“ macht den Hullerner zu einem wertvollen Mitarbeiter. „Er kann im Fahrdienst arbeiten, Aufgaben in der Leitstelle übernehmen und wenn Not am Mann ist auch in der Werkstatt aushelfen“, erklärt Sylvia Althoff, Geschäftsführerin des Reiseunternehmens.

Die Grundlage für diese Vielseitigkeit wird in der dreijährigen Ausbildung zur „Fachkraft im Fachbetrieb“ (FiF) geschaffen, bei der er alle Stationen des Lüdinghauser Unternehmens durchläuft. Erfahrungen sammelt er außerdem bei der RVM (Regionalverband Münsterland).

So einfach, seinen Traumberuf zu finden war es nicht: Nach dem Realschulabschluss wusste er „nicht so genau, was er beruflich anfangen sollte“ und absolvierte zunächst ein Freiwilliges Soziales Jahr bei der Pfarreiengemeinschaft Hu-Fla-Bo. Dann begann er eine Ausbildung als Industriekaufmann, schon während der Probezeit musste er sich in die Finanz-Buchhaltung einarbeiten. Für den Neuling ein „harter Brocken“, der ihm aber heute zu gute kommt. Zwar hatte André Spaß an seiner Arbeit, aber restlos zufrieden stellte sie ihn nicht. Mit fliegenden Fahnen schwenkte er dann in die Reisesparte, als Sylvia Althoff ihm das Angebot unterbreitete, in ihrem Unternehmen die FiF-Ausbildung zu machen.

Nicht ganz so einfach ist es mit dem Besuch der Berufsschule in Köln. Für den ersten Blockunterricht nahm er sich eine Wohnung, aber das „geht ganz schön ins Geld“, meint er. Den zweiten Block absolvierte er „Fahrschüler“, das sei günstiger, die Zugfahrt könne er als Lernzeit nutzen, und er kann sich weiter mit Freunden treffen, seinen Hobbys – Spielmannszug Westfalenklang, Feuerwehr und Jugendarbeit in der Gemeinde St. Andreas nachgehen.  

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