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Arbeitsamt soll Anreise zahlen

HALTERN Hoffnung für die Belegschaft von Eis Schröer? Die Arbeitsplätze in Haltern sind wohl verloren, aber R&R Ice Cream bekundete am Donnerstag noch einmal das Interesse, alle Mitarbeiter aus Haltern in Osnabrück weiter zu beschäftigen.

von Von Elke Rüdiger und Thomas Liedtke

, 14.08.2008
Arbeitsamt soll Anreise zahlen

Das Unternehmen Roncadin GmbH und Richmond Ice Cream (R&R Ice Cream) informierte die Belegschaft von der Schließung des Werkes Eis Schröer.

Das berichtete Bürgermeister Bodo Klimpel nach einem Gespräch mit Achim Schön, Beiratsmitglied und bis Mitte des Jahres noch Geschäftsführer von R&R. Weil die Mitarbeiter kaum in der Lage sind, die hohen Fahrtkosten zu tragen – von Haltern nach Osnabrück sind es mehr als 100 Kilometer –, ist die Unterstützung der Bundesagentur für Arbeit gefragt.

Bürgermeister Bodo Klimpel will anfragen, ob das Arbeitsamt bereit ist, zumindest teilweise die Fahrtkosten zu übernehmen. Die Entscheidung, die beiden Produktionlinien in Haltern zu schließen, ist nach Mitteilung von Achim Schön unumstößlich. Angesichts eines harten Wettbewerbs und steigende Kosten müsse R&R die Produktion am Standort Osnabrück konzentrieren.

Zur Zukunft der Produktionsanlagen und Lagerhallen in Haltern wollte sich Schön bei den Gesprächen im Halterner Rathaus nicht äußern. Es sei aber auch im Interesse von R&R, möglichst eine ähnliche Verwendung zu finden. Dadurch könnte den Mitarbeitern möglicherweise auch vor Ort eine Perspektive geboten werden.

Noch am Nachmittag unterrichtete Bodo Klimpel den Betriebsrat von seinem Gespräch. Der übte gestern heftige Kritik an der Firmenleitung. Die am 6. August angeforderten Unterlagen, aus denen die „Unwirtschaftlichkeit des Eis-Paradieses“ erkennbar sind, habe der Betriebsrat bis gestern nicht erhalten. Stattdessen, so Werner Kraupner von der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten, eine „schon komische“ Antwort des Mutter-Unternehmens: Ibrahim Najafi (COO) und Siegfried Rodefeld (Leiter Personalwesen) senden „freundliche Grüße“ – auf Briefpapier von Eis Schröer.

Der Gewerkschafter vermutet, dass die Schröer-Belegschaft von der des Mutterkonzerns abgespalten werden soll: „Um zu verhindern, dass wir einen juristischen Beistand bestellen.“ Betriebsrats-Vorsitzender Thorsten Stöhr bezweifelt nach wie vor, dass das Werk Haltern unwirtschaftlich gearbeitet hat: „Dann hätte man uns viel früher informiert. Außerdem sei das Produktionsende jetzt erneut verschoben worden – diesmal auf Ende Dezember.

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