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Bäcker werden Brötchenpreise anheben

Schlechtes Wetter

Für Bäcker ist es das Herzstück, "das Aushängeschild", nennt Detlef Tönnes das Brötchen. Und deshalb schlägt ihm die aktuelle Preisdiskussion auch ziemlich auf den Magen. "Viele werden anziehen müssen", sagt der Bäckermeister.

HALTERN

von Von Sonja Kostersitz

, 18.08.2010
Bäcker werden Brötchenpreise anheben

ARCHIV - Brötchen liegen bei einem Bäcker in Köln in einer Tüte (Archivbild vom 22.07.2010). Die Landwirte wollen nicht Sündenbock für höhere Brötchenpreise sein. Die Erzeugerpreise für Getreide seien zwar um 50 Prozent gestiegen. «Der Mehlanteil beträgt aber gerade einmal 5 Prozent des Verkaufspreises von Brötchen», sagte der Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV)Möllers am Dienstag (17.08.) in Münster. Zuvor hatte die Bäckereikette Kamps ihre Kunden wegen der schlechteren Weizenernte auf steigende Brötchenpreise eingestimmt. Die Getreideerträge sind in Westfalen dieses Jahr wegen der langen Dürre um etwa 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. Foto: Oliver Berg dpa/lnw +++(c) dpa - Bildfunk+++

Schuld ist das Wetter. Schlicht gesagt. Denn zuerst war es für den Weizen zu heiß, dann zu nass und am Ende wird wohl die Ernte mau.

Knapp zehn Prozent aller wichtigen Getreidearten weniger können die Bauern in Westfalen-Lippe in diesem Jahr verbuchen, gab Franz-Josef Möllers, Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV), bekannt. Einbußen, die auf dem Feld beginnen und an der Brötchentheke enden, denn: Da ist ja noch das Mehl. Und das macht Sorge. „Man hat uns seit August schon sechs Euro draufgehauen“, sagt Bäcker Günther Albersmann und rechnet hier auf 100 Kilo. „Wo das noch hinführt, das weiß keiner.“

Es sei das erste Mal seit zehn Jahren, erzählt Bäcker Detlef Tönnes bekümmert, dass die Getreidemühlen Weizen dazukaufen müssten. Und auch Bäcker Theodor Sanders ist besorgt, dass die umliegenden Getreidemühlen die Preise pro 100 Kilo im Schnitt um fünf bis sieben Euro anzogen. „Und da ist noch viel Luft.“ Torten, Plätzchen, Mehl braucht’s für alles, was schmeckt. Doch kommt Kassenschlager Brötchen besondere Sorge zuteil. 27 Cent nehmen Albersmann und Sanders derzeit für ein Brötchen, Bäckerei Tönnes nur einen Cent mehr - noch. „An einer Erhöhung kommt keiner dran vorbei“, sagt Theodor Sanders bestimmt. Wie viel es sein könnte, das will er nicht ermessen, einige Prozente vielleicht, „aber wir Bäcker kalkulieren ja jetzt schon scharf.“ Den Einwand von WLV-Referent Jörn Krämer, das Mehl mache lediglich „zwei bis drei Cent“ der Produktionskosten aus, will Sanders nicht gelten lassen. „Das muss man mal im Ganzen betrachten!“ Zwei Tonnen Mehl pro Woche verbrauche er im Schnitt, eine Erhöhung um zehn Euro pro Hundert Kilo brächte am Jahresende 10.000 Euro Mehrkosten. „Wir sprechen hier schließlich von Massenproduktion.“

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