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Böing: Durch den Chip kommen Angebote bei Kindern an

Bildungskarte

Nicht nur Begeisterung erntet die Idee einer bundesweiten Bildungskarte für Kinder aus Hartz IV-Familien bei Halterns Sozialdezernent Hans-Josef Böing. In Haltern könnten davon rund 450 Kinder partizipieren.

HALTERN

von Von Elke Rüdiger

, 19.08.2010

„Insgesamt und im Licht der Karlsruher Rechtsprechung gesehen, ist das ein vernünftiger Ansatz. Aber alles weitere sind offene Fragen“, sagt Böing. Nach dem Stuttgarter Vorbild sei für ihn „im Chipsystem im Großen einiges denkbar“. Er sehe auch weniger einen Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht der Eltern. Im Gegenteil.

Durch den Chip könnte Hilfe passgenau gesteuert werden, damit sie auch wirklich bei den Kindern ankomme. Praxis und Theorie stimmten nicht immer überein. „Wir müssen damit leben, dass zurzeit noch die für die Kinder gedachte Unterstützung manchmal auch in Flachbildschirme und Zigaretten umgesetzt wird.“Bund hat Zeitdruck Der Bund sei im Zugzwang, der Zeitdruck groß. Die Karlsruher Richter haben dem Gesetzgeber für die Umsetzung ihres Hartz-IV-Urteils und die Neujustierung der Förderung von Langzeitarbeitslosen eine Frist bis Anfang 2011 gesetzt. Der Bildungsbedarf von Kindern muss in den Kinder-Regelsätzen berücksichtigt werden, so der Auftrag an die Politik. Im Gespräch sind 200 Euro aus dem Bundesetat, die jedes Kind aus einer Hartz IV-Bedarfsgemeinschaft jährlich auf seine Chipkarte gebucht bekommen könnte. Ministerin Ursula von der Leyen favorisiert, dass nicht nur Hartz IV-Kinder, sondern auch der Mittelstand-Nachwuchs und Familien mit drei und mehr Kindern diese „Bildungs-Card“ nutzen. Will aber nur die Gelder für die Hartz IV-Kinder bereitstellen. Den Rest müssten Länder und Kommunen aufbringen. Das sorgt für Unmut. „450 Kinder und Jugendliche Wir sind Haushaltssicherungsgemeinde und können solche freiwilligen Leistungen nicht finanzieren.“ Da besteht dringend Beratungsbedarf. In Haltern beträfe dies von insgesamt 6243 unter 16-Jährigen rund 450 Kinder und Jugendliche, die in Hartz IV-Familien leben (134 Drei- bis Unter-Siebenjährige; 163 Sechs- bis Unter-Elfjährige sowie 184 Zehn- bis Unter-16-Jährige).

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