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Chmieleks neues Buch rührt zu Tränen

"Marie's Jakob"

Jürgen Chmielek ist stolz. Stolz auf sein neues Buch „Marie’s Jakob“. Seit Mai ist das nun schon sechste Werk des Halterner Autors erhältlich. Offensiv beworben hat er das 47 Seiten dünne Büchlein nicht. Er hat einen anderen Anspruch.

FLAESHEIM

von Von Tobias Nordmann

, 15.06.2012
Chmieleks neues Buch rührt zu Tränen

Der Autor Jürgen Chmielek hat mit »Marie's Jakob« ein Kinderbuch geschrieben, das sich mit dem emotionalen Thema Inklusion beschäftigt.

„Marie’s Jakob“ beschäftigt sich mit einem zentralen gesellschaftlichen Thema: der Inklusion. Das Buch, so heißt es in der Verlagsbeschreibung, soll helfen, Vorurteile gegenüber „Kranken und Menschen mit Behinderungen“ abzubauen. Zum Inhalt: Der acht Jahre alte Kay bekommt einen neuen Mitschüler. Einen fürchterlichen Typen im Rollstuhl. Daraufhin erzählt ihm seine Mutter eine Geschichte…

Der 59-jährige versteht sein Buch als Lehrbuch für Kinder. Sein Verlag nennt es eine pädagogische Schrift. Um das Werk bekannt zu machen, ging Chmielek einen untypischen Weg. Er schrieb die Bildungsministerien aller Bundesländer an. Die Rückmeldung sei für ihn überragend gewesen. Sechs Ministerien haben geantwortet. Ihre einhellige Meinung: sehr empfehlenswert. Mit solch einer großen Resonanz in so kurzer Zeit hatte er gar nicht gerechnet. Denn mit „Maries Jakob“ versuchte er sich zum ersten Mal an so etwas wie pädagogischer Literatur. Die Idee zu dem Buch kam ihm im Gespräch mit einer Bekannten, im Februar dieses Jahres. „Sie hat mich inspiriert“, sagt er. Gerne hätte er sofort losgeschrieben. Doch das ging nicht. „Ich musste erst ein anderes Buch zu Ende bringen. Alles andere wäre unprofessionell gewesen.“

Außerdem, so sagt Chmielek wollte er den Kopf frei haben. Den Kopf frei für ein Thema, das ihn persönlich berührt. Denn das Zusammenleben mit einem Menschen mit Behinderung kennt der 59-Jährige nur zu gut. Seit vier Jahren liegt seine Frau im Wachkoma. Viel Zeit verbringt er an ihrem Bett, manchmal hatte er den Laptop zum Schreiben dabei. Manchmal musste er den Computer aber auch bei Seite legen, eine Pause machen. „Das Schreiben hat mich gefesselt, aber zwischendurch musste ich auch mal durchatmen.“ In einem durch schreiben, das sei nicht möglich gewesen. Denn er habe das Buch emotional nicht überfrachten wollen.

Ob ihm das gelungen ist? Mitnichten. Eine Freundin, so erzählt er, habe ihn nach Erscheinen des Buches angerufen und gesagt: „Wie kannst du so ‚gemein‘ sein und so etwas Emotionales schreiben. Ich sitze hier und weine.“ Wenn er das sagt, dann lacht er, fügt aber hinzu: „Auch ich muss noch schlucken, wenn ich das Buch lese.“ Doch viel Zeit zum „Schlucken“ bleibt ihm nicht, denn er hat neue Pläne. Eine Ministeriumssprecherin aus Hessen brachte ihn im Gespräch auf eine Idee. Er könne doch ein ähnliches Buch zum Thema Integration schreiben. „Fand ich gut“, sagt Chmielek. Erste Gedanken hat er sich bereits gemacht... 

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