Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Der Zirkus war in Haltern - na und?

Keine einzige Vorführung

Wer sich mit Pierre Francois unterhält, der muss sich auf eine gehörige Portion Frust einstellen. Vor allem dann, wenn es um die Stadt Haltern geht. Denn auf die und seine Bürger ist der Zirkusdirektor gar nicht gut zu sprechen.

Haltern

von Von Tobias Nordmann

, 24.06.2012
Der Zirkus war in Haltern - na und?

Zirkusdirektor Pierre Francois zeigt auf den Platz, wo das Zirkuszelt fast eine Woche lang stand. Doch kaum jemand interessierte sich für eine Vorstellung. Ohne eine einzige Aufführung verlässt der Zirkus am Montag Haltern.

"Wir sind enttäuscht", gibt er zu. Der Grund: Kaum jemand habe sich dafür interessiert, dass der Zirkus in der Stadt ist. Knapp vier Wochen war der Zirkus in Haltern - auf einem privaten Grundstück an der Dorstener Straße. Am Montag ziehen die Francois' weiter. Es geht nach Dülmen, verbunden mit der Hoffnung auf mehr Erfolg. Verbunden mit der Hoffnung, wieder Leben ins Zelt zu bekommen. Denn in Haltern fielen alle Vorstellungen aus.

Am 28. Mai sollte Premiere sein, doch das Interesse war gering. Zu gering. Gerade einmal 20 Personen, so sagt der Direktor, hätten an allen Tagen an den Kassen gestanden. "Dafür kannst du keine Aufführung machen." Die Folge: Die Manege blieb leer. Das ist frustrierend für den kleinen Betrieb mit 14 Mitgliedern.Unterhaltsame Show über 110 Minuten

Dabei verspricht der Sohn eines Franzosen und einer Deutschen eine unterhaltsame Show. "Wir haben 110 Minuten Programm." Alles sei dabei: Tierakrobatik, Clownerie und Artistik. Doch sehen wollte das niemand. Warum? Francois hat auf diese Frage eine ganz klare Antwort: Schuld sind die Zirkus-Schulprojekte. Dort lernen die Kinder das Treiben in der Manege kennen, treten selbst auf. "Warum sollen sie dann noch in einen normalen Zirkus gehen?", fragt Francois. Aufgeben kommt aber trotzdem nicht in Frage, zu groß ist die Hoffnung, dass irgendwann wieder bessere Tage kommen.

Schlimm sei für ihn aber, so sagt er, dass ihre Anwesenheit in Haltern so sehr ignoriert wurde. Früher seien immer Kinder - unabhängig von der Stadt - aus der Nachbarschaft auf das Gelände gekommen, um sich umzuschauen, Tiere zu streicheln oder die Artisten beim Üben zu beobachten. Doch in diesem Jahr: Nichts.Rückkehr nach Haltern möglich

Enttäuscht rückt die Zirkusfamilie aus Haltern ab. Aber die Artisten wollen wieder kommen, weitermachen. Wenn sie denn ein passendes Gelände zur Verfügung gestellt bekommen.

Dies sei aber nicht so einfach. "Von der Stadt bekommen wir keinen Platz", sagt Pierre. Man sei auf private Grundstücke angewiesen. Aber auch das würde immer schwerer. Gerade Landwirte, als erster Ansprechpartner, hätten dieser Tage Sorgen, dass die nassen Wiesen durch die Anwesenheit des Zirkus kaputt gingen. Es ist frustrierend...

Lesen Sie jetzt