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„Der Zustand des Ehrenmals ist einfach traurig“

Denkmal Marler Straße

Wilfried Loges macht sich Sorgen um das Mahnmal an der Marler Straße. „Wenn das so weitergeht, ist das Ehrenmal irgendwann dem Verfall ausgeliefert.“ Aber jetzt ist Besserung in Sicht.

Hamm-Bossendorf

, 11.07.2018
„Der Zustand des Ehrenmals ist einfach traurig“

Den Zustand des Ehrenmals in Hamm-Bossendorf ärgert nicht nur Wilfried Loges.wolter © Foto Jürgen Wolter

Der Christusfigur fehlt die linke Hand, die Fundamente bröckeln und die Inschriften sind zum Teil schon nicht mehr lesbar. „Der Zustand des Ehrenmals ist einfach traurig“, sagt Wilfried Loges aus Hamm-Bossendorf.

Der Ruheständler und Diakon mit Zivilberuf wohnt seit 43 Jahren in Hamm-Bossendorf. „Seitdem passiert nichts und der Zustand des Ehrenmals verschlechtert sich zusehends“, sagt er.

Erinnerung an Gefallene beider Weltkriege

Das Ehrenmal liegt an der Kreuzung Marler Straße/Haardweg und erinnert an die Gefallenen der beiden Weltkriege und auch an 15 Arbeiter des Kanalbaus, die während des Spartakusauf-standes von Reichswehrsoldaten in Hamm-Bossendorf unschuldig erschossen wurden. Ihre Namen sind in den Rückwänden und in einigen Grabplatten eingraviert. Die rückwärtigen Wände sind stark nachgedunkelt, auf den flachen Platten hat der Regen die Schriften im Sandstein teilweise ausgewaschen und sie sind kaum noch lesbar.

Die steinernen Fundamente vor dem Ehrenmal weisen zum Teil tiefe Risse auf und bröckeln auseinander. Die linke Hand der Christusfigur fehlt, der Stumpf ist verwittert, sodass dieser Schaden nicht erst kürzlich entstanden sein kann. Lediglich die Bepflanzung vor dem Ehrenmal ist frisch angelegt, dazwischen liegt ein, inzwischen vertrockneter, Kranz.

„Nur zum Volkstrauertag wird ein Kranz niedergelegt“

„Der stammt noch vom Schützenfest“, sagt Wilfried Loges. „Dann kommt immer mal ein Team von der Stadt vorbei und hübscht alles ein bisschen auf – anschließend gerät das Ehrenmal wieder in Vergessenheit. Nur zum Volkstrauertag wird noch ein Kranz niedergelegt, der liegt aber manchmal bis Februar hier. Wenn das so weitergeht, ist das Ehrenmal irgendwann dem Verfall ausgeliefert.“

Das würden die Hamm-Bossendorfer im Ortsteil Hämmken gern verhindern. Wilfried Loges ist nicht der Einzige, der sich über das Ehrenmal Gedanken macht. Auch im Männerfrühstückskreis, der sich regelmäßig im Pfarrheim an der Heilig-Kreuz-Kirche trifft, wurde das Thema schon mehrfach diskutiert.

„Leider haben wir hier keinen Heimatverein, der sich des Themas annehmen könnte. Ob der Schützenverein da helfen könnte, weiß ich nicht. Es gibt aber sicher einige, die sich gegebenenfalls auch in eine Lösung einbringen würden“, vermutet er.

Sanierung ist in den Ferien geplant

Die Stadt hat allerdings eine gute Nachricht parat. Das Ehrenmal soll noch in diesen Sommerferien saniert werden. Die Auftragsvergabe steht kurz bevor, um das Ehrenmal zu reinigen und Schäden zu reparieren. „Das musste allerdings im Vorfeld mit den Denkmalschützern beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) abgestimmt werden“, so Stadtsprecher Georg Bockey. Die veranschlagten Kosten betragen 2000 Euro, an denen sich die RAG mit 1000 Euro beteiligt.

  • In einem Beitrag des Halterner Jahrbuchs von 2008 hat sich Bernhard Grothusmann mit der Geschichte des Ehrenmals beschäftigt.
  • „Um die Mitte des Juli 1906 wurde in der Nähe des Pastorats, an der Marler Straße gelegen, ein Herz-Jesu-Postament errichtet, das aus der Bildhauerei Heinrich Lohenburg in Münster hervorgegangen war“, schreibt Grothusmann.
  • Die umliegenden Anwohner der Kirche und des Pastorats haben das Standbild errichten lassen und zu den Kosten beigetragen.
  • Am Herz-Jesu-Fest des folgenden Jahres wurde das Standbild vom damaligen Pfarrer Blinde unter Teilnahme der zahlreich erschienenen Gemeindemitglieder feierlich eingeweiht.
  • Unter Mithilfe der Bevölkerung der Gemeinde Hamm hat im Jahr 1927 der Kriegerverein die Herz-Jesu-Statue zu einem Ehrenmal für die im Weltkrieg gefallenen Söhne der Gemeinde hergerichtet. Am 4. September 1927 wurde im Beisein vieler auswärtiger Kriegervereine das Ehrenmal seiner Bestimmung übergeben.
  • Nach dem 2. Weltkrieg ist das Ehrenmal nach beiden Seiten erweitert worden, um auch für die Gedenktafeln der gefallenen Soldaten des 2. Weltkrieges einen würdigen Platz zu erhalten.“
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