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Eis Schröer: Ein Lebenswerk in Scherben

HALTERN „Ich könnte heulen!“ Hubert Schröer sen. kann es immer noch nicht fassen: Sein Lebenswerk liegt in Scherben. Das Eis-Paradies „war mein Kind“. Und Ehefrau Christa ergänzt: „Wir haben es großgezogen. Es tut weh, wenn ich da vorbeifahre.“

von Von Elke Rüdiger

, 08.08.2008
Eis Schröer: Ein Lebenswerk in Scherben

Christa und Hubert Schröer fühlen mit den Mitarbeitern: "Wir haben 30 Jahre mit den Menschen zusammengearbeitet, die jetzt plötzlich auf der Straße stehen."

Die Eheleute haben mit einigen Mitarbeitern 30 Jahre lang zusammengearbeitet. „Das Betriebsklima war gut, wir haben uns gut verstanden. Und jetzt stehen sie plötzlich auf der Straße.“

Hubert Schröer war überzeugt, dass es 2005 die richtige Entscheidung war, sich einen Partner zu suchen. „Diese Entwicklung war nicht abzusehen. Auch nicht, dass Roncadin von Richmond und Oaktree (R & R Ice Cream) geschluckt würde.“ Der Verkauf sollte Sicherheit fürs Eis-Paradies bringen. Um im Wettbewerb zu bestehen, „mussten wir vergrößern, konnten das aber nicht allein.“ Mit Roncadin, dachte der Seniorchef, den richtigen, finanzkräftigen Partner gefunden zu haben. „Wir wollten Gelände beikaufen...“

Achim Schön, Berater R&R Ice Cream, teilte mit, in der kommenden Woche gebe es ein „Meeting“, Donnerstag mit Haltern... An diesem Tag, so Betriebsratsvorsitzender Thorsten Stöhr, treffe sich Bürgermeister Klimpel mit dem R & R-Berater in Osnabrück. „Gravierende Neuigkeiten gibt es nicht“, erklärte Werner Kraupner, Geschäftsführer Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten, „wir müssen warten.“ Der Betriebsrat habe Daten zur wirtschaftlichen Situation des Schröer Eis-Paradieses angefordert. Außerdem wolle man wissen, warum der abgesprungene Großkunde das Lieferabkommen nicht verlängert habe und welche Aktivitäten unternommen worden seien, um ihn als Kunden zurückzugewinnen.

Einem Fernsehsender wurde, so Stöhr, von der Unternehmensleitung Hausverbot erteilt. Der wollte die Stimmung im Unternehmen auffangen. Das sei schon merkwürdig, meinte Stöhr, um so mehr, da das Hausverbot nun für alle Medienvertreter gelte. „Das sieht doch so aus, als hätte R & R ’was zu verbergen.“ Alle Mitarbeiter haben eine Urlaubssperre; das vorgesehene Produktionsende wurde um eine Woche hinausgeschoben.

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