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Forstarbeiten in Haltern dauern nach Sturmtief länger

„Friederike“ hat einen Hektar Wald zerstört

Orkantief „Friederike“ hat seit dem 18. Januar den Arbeitsplan des Baubetriebshofes ordentlich durcheinander gewirbelt. Die Beseitigung der Sturmschäden rückte in den Vordergrund. Noch immer gibt es viel zu tun.

HALTERN

, 13.03.2018
Forstarbeiten in Haltern dauern nach Sturmtief länger

Überall im Sundern liegen noch umgestürzte Bäume, die aus dem Wald gezogen und aufgearbeitet werden müssen. Das nasse Wetter macht es unmöglich, Holzernte und Sturmschäden-Beseitigung rechtzeitig bis Ende März zu beenden. © Foto:Elisabeth Schrief

Gerd Becker, Leiter des Baubetriebshofes, berichtet von großen Schäden im Wald. „Die Stadt hat 910 laufende Festmeter Holz verloren, davon 750 Festmeter Nadelholz“, zieht er eine Bilanz. Das entspreche einem Verlust von rund einem Hektar Wald. Weil der Winter so feucht war, muss die Stadt jetzt die Durchforstungsperiode verlängern, um die Einschläge verarbeiten zu können.

Die Arbeiten an städtischen Gebäuden seien hingegen, so Becker, zu 85 Prozent erledigt. Dächer waren teilweise abgedeckt worden oder Jalousien aus den Verankerungen gerissen. „Wir haben flächendeckend an allen Schulen gearbeitet“, betont Gerd Becker. Er dankt in diesem Zusammenhang der Feuerwehr, dem Technischen Hilfswerk und dem Roten Kreuz für deren Hilfe, als der Sturm am schlimmsten wütete.

Neue Ziegel für den Siebenteufelsturm


In der Innenstadt riss „Friederike“ große Löcher in das Dach des Siebenteufelsturmes, einem unter Denkmalschutz stehenden Turm der alten Stadtbefestigung. Hier erfolgt die Reparatur in Abstimmung mit der Denkmalbehörde in Münster. Bislang ist das Dach provisorisch mit Kunststoffplane und Netz verschlossen. Aber es muss natürlich wieder eine Dauerlösung her. Hier ist geplant, die alten Ziegel durch Biberschwanzziegel zu ersetzen. Ein Biberschwanzziegel unterscheidet sich von „normalen“ Dachziegeln insofern, dass er flach und am unteren Ende meistens halbrund geformt ist. Diese Art der Dacheindeckung gibt es seit dem 14. Jahrhundert, sie hat ihren Ursprung in Nürnberg. Vorteilhaft ist nach Auskunft von Gerd Becker, dass die Ziegel verdrahtet und mit Mörtel befestigt werden. „Das Dach des Turmes sieht am Ende anders aus, aber es hält.“

Durchforstungsperiode auch wegen schlechter Witterung verlängert

Die Stadt ist dabei, die Arbeiten mit einem Dachdecker abzustimmen, da der Turm dann auch eine andere Dachkonstruktion braucht. Außerdem steht sie in Kontakt mit der Denkmalbehörde.

Die größten „Baustellen“ aber hat die Stadt in ihrem Forst. Erschwerend kommt hinzu, dass der immer für Herbst und Winter angesetzte Holzeinschlag aufgrund der feuchten Witterung nicht durchgeführt werden konnte. „Der kostengünstige Maschineneinsatz musste zeitweise aussetzen, um Schäden sowohl im Bestand als auch auf den Wegen zu vermeiden“, erläutert Carolin Ostrop (Fachbereich Forstangelegenheiten). Die Holzernte sei kaum noch kalkulierbar.

Im aktuellen Einschlagszeitraum 2017/18 musste die Holzernte zweimal für mehrere Wochen aufgrund der Nässe unterbrochen werden. Im Hohemarkenbusch (Lünzum/Holtwick) sind die Arbeiten weitgehend abgeschlossen, aber immer noch liegen 200 Festmeter unbearbeitet im Wald. Ähnlich verhält es sich im Sundern.

Als Folge muss die Stadt die Durchforstungsperiode verlängern. Zur Entzerrung ist künftig ein Sommereinschlag im Nadelholz und schwachem Laubholz vorgesehen. Nur in Naturschutzgebieten und in ökologisch wertvollen Beständen gilt das nicht.

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