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Halterner Fahrradwege nach Radler-Unfällen im Visier der Bürger

Fahrradwege

Halterner Bürger kritisieren den schlechten Fahrbahn-Zustand an zwei Radwegen. An beiden Stellen hat es bereits Unfälle gegeben. Die Polizei macht hier allerdings andere Ursachen aus.

HALTERN

, 28.06.2018
Halterner Fahrradwege nach Radler-Unfällen im Visier der Bürger

Fahren zwei Radler nebeneinander oder gibt es noch Gegenverkehr, wird es eng auf dem Radweg an der Dorstener Straße in Lippramsdorf-Freiheit. Noch circa drei Wochen soll die Baustelle bleiben. © Foto:Ingrid Wielens

Die Radfahrer, die am 1. und am 10. Juni in Haltern verunglückten, waren beide nicht nüchtern. Ihnen wurden Blutproben entnommen. Halterner Bürger diskutieren dennoch über andere mögliche Unfallursachen. Konkret geht es dabei um den Zustand der Radwege. Der eine gilt als „Buckelpiste“, an dem anderen befindet sich derzeit eine Baustelle. Die Polizei aber vertritt eine klare Position. Maßnahmen an den Straßen sind dennoch angekündigt.

Holtwicker Straße

Agnes Kopp-Colomb ist empört: „Was muss noch passieren, bis das Projekt Radweg-Sanierung an der Holtwicker Straße endlich angepackt wird?“, fragt die Holtwickerin in Richtung Recklinghäuser Kreisverwaltung.

Am 1. Mai war ein 30-Jähriger mit seinem Fahrrad auf dem Radweg ins Schlingern geraten und auf die Straße gestürzt. Verkehrsteilnehmer fanden den Mann bewusstlos auf der Straße liegend.

Agnes Kopp-Colomb will nicht ausschließen, dass der Mann auch durch die extremen Fahrbahn-Unebenheiten auf dem Radweg ins Straucheln geraten sein könnte. „Der Radweg muss dringend saniert werden“, sagt sie. Bereits im Juni 2017 habe sie dies mit einer Liste mit knapp 100 Unterschriften an den Kreis Recklinghausen gefordert. Ab dem Gasthof Uhlenhof in Richtung Haltern sei gerade das Abwärtsfahren auf dem holprigen Weg nicht nur schmerzhaft. „Wer die Stellen nicht kennt, kann bei flotter Fahrt durchaus auch vom Sattel gehoben werden“, sagt Kopp-Colomb gegenüber unserer Zeitung. „Stürze von Kindern sind schon mehrfach vorgekommen“, will die Holtwickerin beobachtet haben.

Die Polizei nahm den Unfall auf. Der Radler sei wohl ohne Fremdeinwirkung ins Schlingern geraten, heißt es. „Es deutet nichts darauf hin, dass der Unfall auch mit der Beschaffenheit des Radwegs zu tun hatte“, erklärt Kreispolizei-Sprecher Michael Franz. Der Radler sei alkoholisiert gewesen. Dennoch sind konkrete Maßnahmen an der Straße geplant.

Wie von der Kreisverwaltung in Recklinghausen zu erfahren war, sei eine Firma mit der Durchführung von Sanierungsarbeiten beauftragt. Noch im Juli solle damit begonnen werden, erläuterte Sprecher Jochem Manz. Konkret gehe es um 850 Meter Radweg zwischen Ortsschild Haltern und Gaststätte „Alt-Holtwick“. „Das ist doch nur eine halbe Lösung“, kontert Agnes von Kopp-Colomb. Die gesamte Strecke zwischen Halterner Ortsschild und Gasthof Uhlenhof müsse saniert werden. Der Kreis aber sieht laut Manz „keine Notwendigkeit“ für Arbeiten, die über die aktuell eingefädelte Maßnahme hinausgehen.

Dorstener Straße (L509)

Auch an der Dorstener Straße hatte es in Lippramsdorf-Freiheit vor Kurzem einen Radler-Unfall gegeben. Ein 24-Jähriger war in der Nacht zum 10. Juni auf dem Geh- und Radweg in Richtung Lippramsdorf unterwegs. Dabei übersah er ein geparktes Auto, prallte dagegen und verletzte sich beim Sturz am Kopf. Auch hier war Alkohol im Spiel.

Ein Anwohner, der nicht mit Namen genannt werden möchte, beobachtet seit vielen Wochen aber auch eine Baustelle auf Höhe des Unfallorts. Weil die Deutsche Glasfaser hier noch Arbeiten zu erledigen hat, ist eine etwa 40 Zentimeter breite Spur des Radwegs nur provisorisch mit Schotter verfüllt. Dadurch ist der Radweg deutlich schmaler. Bekommt ein Radler Gegenverkehr, wird es eng. Baken, die vor den Fahrbahnunebenheiten warnen sollten, stünden zudem ab und an zusätzlich auf ohnehin schmalen Radweg und erschwerten die Fahrt, so der Lippramsdorfer. Seit Mitte Februar bestehe diese „Gefahrenstelle“.

Die Deutsche Glasfaser mahnt zur Besonnenheit. „Die Absperrungen sind korrekt und das Provisorium ist schon bald beseitigt“, erklärt Projektmanager Peter König auf Anfrage. Er gesteht, dass es zu „unangenehmen Verzögerungen“ an der L509 gekommen sei. „Wir hätten dort schneller sein müssen.“ König bittet auch um Verständnis. Bis zu drei Wochen aber werde es noch dauern, bis die Baustelle endgültig beseitigt sei. Dann nimmt Straßen.NRW die Arbeiten ab.

Auch beim Unfall an der Dorstener Straße stellte die Polizei keine Besonderheiten am Unfallort fest: „Es kann sein, dass der Radler nur aufgrund des Alkoholkonsums verunglückte“, sagt Sprecher Michael Franz. Die Vernehmung stehe aber noch aus.

Kennen Sie Radwege im Halterner Gebiet, die die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer gefährden könnten? Dann schreiben Sie uns an folgende Email-Adresse:

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