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Halterner denkt an seine Freunde in Genua

Nach Brückeneinsturz

Gregor Husmann ist schon oft über die am Dienstag eingestürzte Morandi-Brücke in Genua gefahren. Seine Freunde in der alten italienischen Hafenstadt hat er noch nicht erreicht.

Haltern

, 15.08.2018
Halterner denkt an seine Freunde in Genua

Gregor Husmann verbrachte als Student mehrere Monate in der Nähe von Genua. © Foto: Silvia Wiethoff

Stadtarchivar Gregor Husmann denkt gerade an seine Freunde in Genua. Nach dem Brückeneinsturz in der alten italienischen Stadt am Dienstag hat der Halterner sie immer noch nicht telefonisch erreicht. Das Unglück erschüttert ihn.

Seitdem der 58-Jährige 1980 als junger Geschichtsstudent auf einem Campingplatz nahe Genua gearbeitet hat, zog es ihn immer wieder in die Hafenstadt, die viele Jahrhunderte den Seehandel bestimmte und den Entdecker Christoph Kolumbus hervorbrachte.

„Ich saß am Dienstag in meiner Pause gerade zu Hause am Mittagstisch, als mir aufgrund der Nachrichten aus Genua beinahe der Happen aus dem Mund gefallen ist“, berichtet Gregor Husmann. Mit seiner italienischen Frau Franca verfolgt er die Nachrichtenlage im europäischen Nachbarland und besonders der Region Ligurien regelmäßig. „Ich habe meine Frau und meinen Sohn oft zum Urlaub dorthin geschleppt, wenn wir nicht zu den Schwiegereltern nach Kalabrien durchgefahren sind“, sagt Gregor Husmann.

Über 40 Tote geborgen

Über die Morandi-Brücke, die Dienstagmittag auf einer Länge von 100 Metern eingestürzt ist und über 40 Menschen in den Tod riss, ist der Halterner selbst schon oft gefahren. Bauliche Mängel sind ihm dabei nicht aufgefallen. Er hatte gerade in den letzten Jahren den Eindruck, dass sich die Verkehrsverhältnisse in Italien durch zahlreiche Neubauten verbessert haben. Durch ihre Bauweise habe ihn die Morandi-Brücke an ihre berühmte Schwester in San Francisco erinnert. Es sei schrecklich, dass die italienische Brücke jetzt so eingestürzt sei, wie es sich Regisseure für die amerikanische Golden-Gate-Bridge in ihren Katastrophenfilmen ausgedacht haben. „Das Szenario gleicht einem schlechten Film“, meint Gregor Husmann.

Wichtige Verkehrsverbindung unterbrochen

Von ganzem Herzen hofft Gregor Husmann nun, dass die Rettungskräfte nicht noch weitere Tote aus den Trümmern bergen müssen. Aufgrund der Sperrung der Autobahn A10, einer wichtigen Verbindung in Richtung Riviera oder in die Toskana, müssten Verkehrsteilnehmer nun einen Umweg nehmen. Das Brückenbauwerk wurde in den 1960er-Jahren errichtet. Die Ursache für den Einsturz steht noch nicht fest. In Italien sollen in den letzten fünf Jahren zehn Brücken eingestürzt sein.

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