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Halternerin kämpft gegen Genitalverstümmelung in Afrika

Entwicklungshilfe

HALTERN "Man muss einen langen Atem haben und bereit sein, Rückschläge hinzunehmen." So beschreibt Martina Möllers die internationalen Bemühungen um Entwicklungshilfe in Afrika.

von Von Silvia Wiethoff

, 06.08.2010

Eigentlich aber ist damit auch ganz gut ihr eigenes Engagement im Bereich der humanitären Hilfe auf dem Schwarzen Kontinent beschrieben. Es wird zum Beispiel noch ein langer Weg sein, bis die Frau aus Deutschland all ihre persönlichen Ansprechpartner davon überzeugt hat, dass Genitalverstümmelung ein Verbrechen an Afrikas junger Frauengeneration ist.

Es wird noch Jahre dauern, bis auch im letzten äthiopischen Dorf mit dieser Tradition gebrochen wird. Das Jahr 2009 hat Martina Möllers vorwiegend in diesem mittelafrikanischen Land verbracht und den Kampf gegen die Übertragung von Aids und Tropenkrankheiten, gegen Kindersterblichkeit und Genitalverstümmelung aufgenommen. Sie hat unter anderem im Auftrag der Lutherischen Kirche mit Aids-Waisen und Straßenkindern zusammengearbeitet, junge Prostituierte beraten und Elendsviertel wie Flüchtlingscamps besucht. Mit einfachsten Mitteln versuchte die Sythenerin über drohende Gefahren aufzuklären. Den Übertragungsweg von Tropenkrankheiten erläuterte sie mit Hilfe selbst angefertigter Schaubilder.  

Dank der Unterstützung hochrangiger Religionsführer sei es leichter geworden, die Menschen über die in der Sub-Sahel-Zone noch weit verbreitete Genitalverstümmelung junger Mädchen aufzuklären. „Es geht positiv voran, aber ganz langsam“, schätzt die Entwicklungshelferin die Lage ein. Wichtig ist es aus ihrer Sicht, die Beschneiderinnen nicht zu stigmatisieren und ihnen neue Einkommensquellen zu eröffnen, zum Beispiel als Geburtshelferin. „Ich empfinde Afrika nicht als Elend“, betont sie trotz all der bedrückenden Bilder, die sie mit nach Deutschland gebracht hat. Die Afrikaner seien zufrieden und glücklich. Sie lachten trotz ihrer Krankheiten und Bürden. „Hier haben die Menschen alles und sind trotzdem nicht zufrieden“, erklärt Möllers.

  Langfristig sieht sie durchaus Entwicklungschancen für den Kontinent und möchte sich auch in Zukunft persönlich einbringen, um den Afrikanern neue Perspektiven zu eröffnen. Schon als sich Martina Möllers 2004 und 2005 auf Kongressen besonders mit der Armutsthematik und der Gesundheitssituation in Afrika konfrontiert sah, fühlte sie sich berührt. „Ich wollte etwas tun und machte mich auf den Weg“, erinnert sie sich heute. Zurzeit ist sie in ihrem Elternhaus am Rosenweg in Sythen wieder auf der Suche nach einer neuen Aufgabe als Entwicklungshelferin. Am liebsten würde die 47-Jährige in einem Projekt für Mutter-Kind-Gesundheit mitarbeiten. „Das ist meine Vision für die Zukunft“, sagt sie und lächelt.

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