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Hof König: Alt und Neu ergänzen sich

HALTERN Der „Hof König‘“ ziert die Urkunde für Halterns Beitritt in das „Bündnis für regionale Baukultur in Westfalen“ – als Musterbeispiel für ortstypische Baugestaltung in bereits vorhandenen Strukturen.

von Von Elke Rüdiger

, 01.08.2008
Hof König: Alt und Neu ergänzen sich

Die Hofzufahrt (von rechts) zum Königshof.

Diese Auszeichnung freut das Ehepaar Wolfgang und Birgit König, das mit seinen drei Kindern und (Schwieger-) Mutter Gertrud König im „Königshof“ am Hennewiger Weg 194 lebt.

„Aber etwas Besonderes?“, findet der Hausherr, sei das wirklich nicht. Sie wollten es schön haben, und „schön“ bedeutete für sie, dass sich die Hofteile zu einem Ganzen ergänzen, dass Bestehendes und Neues zusammenpasst. Für sie war klar, dass nötige Renovierungen nach dem Original durchgeführt werden müssten. Dafür wurde eine Spezialfirma beauftragt, die sich mit denkmalgeschützten Gebäuden auskennt. Obwohl der Königshof nicht unter Denkmalschutz steht.  

„Wir wollten es so“, erinnert sich Wolfgang König an die Entscheidung für die originalgetreuen Nachbauten. Es gab keine Vorgabe oder Auflage. Er schränkt auch sofort ein: „Das kann nicht jeder. Und auch wir mussten Abstriche und Kompromisse machen. Denn es ist nicht nur ein zeitlicher und arbeitsintensiverer Aufwand, es kostet auch mehr Geld.“ Nach seinem Studium zog Wolfgang König wieder nach Hennewig.  

In der Nacht zu Karfreitag, 1982, brannte die ehemalige Stroh- und Kartoffelscheune aus ungeklärten Gründen ab. Da die Familie die ursprüngliche Ansicht nicht verändern wollte, wurden die angekohlten Holzbalken von Ruß und Asche mit viel Aufwand gesäubert und wieder eingebaut. Ende 1991 war das neue alte Gebäude als Wohnhaus bezugsfertig.

Mit den Jahren war auch der alte Kornspeicher mit Wohnung für den Knecht völlig marode geworden, „fast einsturzgefährdet“, erinnert sich König. Da war die Frage: Abreißen und neu aufbauen? Sicherlich die schnellere, bequemere und günstigere Lösung. Aber er entschied sich anders. Ganze Teile des alten Gebäudes wurden Stein für Stein abgetragen, gereinigt und vermauert. So konnte er den Originalzustand wieder herstellen, selbst die (nachgebauten) 27 Sprossenfenster wurden alle eingesetzt.

2007 ließ König auch die alte Fachwerkremise am alten Platz nach dem Vorbild aus frühen Zeiten bauen. Und die für die kleine Schafherde genutzten Stallungen erhielten die alte Fachwerkfassade. So fügt sich alles zu einem Ganzen zusammen, Alt und Neu ergänzen sich vorbildlich.

Der „Königshof“ ist erst seit 1880 / 1890 der Königshof. Damals erwarb Wolfgang Königs Urgroßvater, Professor und Lebensmittelchemiker Joseph König, der Namensgeber des Halterner Gymnasiums, den Rüllings-Hof – in den Chroniken mal mit „u“, mal mit „ü“, mit „g“, „gh“ oder „ck“ geschrieben. So, wie auch die Familie König (aus Lavesum) als Könniges oder Könning erwähnt wird. 1498 findet der „Hof Rülling“ seine erste Erwähnung: „Burscapium van Lunsem Bernt Rullinck, 1499 Burscapium van Holtwijck Bernt Rullinck... 1663 Rölling“. Im Hauskataster des Amtes Haltern lautete die Adresse bis mindestens 1843 „Holtwick 40“ – Burscapium (= Bauerschaft) Holtwick, Unterbauerschaft Lünzum. Erst viel später wurde daraus Hennewig.  

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