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Jakobskreuzkraut vergiftet Pferde

Kleine Mengen reichen

HALTERN So klein, so unschuldig sieht sie aus. Wie sie so da steht in ihrem zarten Gelb, die Blätter leicht geschwungen. Und doch kann diese kleine Pflanze großen Schaden anrichten: Vierzig Gramm des Jakobskreuzkrauts genügen, um ein Pferd zu vergiften.

von Von Sonja Kostersitz

, 13.08.2010

Und die Giftpflanze ist auf dem Vormarsch. Keine Region Nordrhein-Westfalens, die noch von ihr verschont bleibt. „Als heimische Grünlandpflanze war das Jakobskreuzkraut immer Bestandteil des hiesigen Grünlandes“, erklärt Dr. Clara Berendonk von der Landwirtschaftskammer NRW.   Ist vornehmlich auf extensiv genutzten Pferde-Weiden, Stilllegungs- und Extensivgrünlandflächen zu finden. Die Giftpflanze wächst sich aber seit rund sechs Jahren zum landesweiten Problem aus. Und ist daher der Fachfrau zum ständigen Begleiter geworden. Mit zunehmender Verbreitung wird Berendonks Appell lauter. Eindringlich warnt sie vor den Folgen des Verzehrs, der schlimmstenfalls tödlich endet. „Schon kleine Mengen verursachen bei Pferden Leberzirrhose, vergiften den ganzen Körper“, so Berendonk.

Die tödlichen vierzig Gramm sind schnell gefressen, bringt doch ein einziger ausgewachsener Trieb schon rund 70 Gramm auf die Waage. Möglich sei jedoch auch eine schleichende Vergiftung, verleibt sich das Pferd kleine Happen über einen längeren Zeitraum ein. „Todesfälle durch Jakobskreuzkraut sind uns aus Haltern bislang noch nicht bekannt“, sagt Dr. Elke Lütkefels vom Kreisveterinäramt, räumt jedoch ein, dass der Nachweis der Todesursache bei Pferden vergleichsweise schwer sei. „Nicht alle ungeklärten Todesfälle werden obduziert“, so Lütkefels, und selbst wenn, könne man eine Leberzirrhose nicht einwandfrei auf die Giftpflanze zurückführen. „Die ist zum Todeszeitpunkt ja meist schon verdaut.“ Der Schutz liegt in der Pflege, sind doch vernachlässigte Weiden und unterlassene Nachmahd der Giftpflanze bester Nährboden.

Besser noch, so Dr. Berendonk, sei es, die Ansiedlung der Pflanze bereits im Vorfeld zu verhindern, „durch die Sicherstellung einer dichten Grünlandnarbe ohne Fehlstellen.“ Denn findet der Flugsamen keinen Landeplatz, so auch keine Keimstelle. „Vorbeugen ist eben immer besser als Heilen“, so Berendonk. Immerhin: Die Weide kann noch geheilt werden, das chronisch vergiftete Tier ist chancenlos.

  • Flächen mit Jakobskreuzkraut dürfen nicht verfüttert werden
  • Einzelpflanzen frühzeitig vor der Blüte ausstechen, um der Ausbreitung über Samen vorzubeugen
  • Weideflächen nicht zu früh, aber vor der Blüte des Jakobskreuzkrautes ausmähen, Mähflächen noch vor der Blüte schneiden
  • Regelmäßiger Wechsel von Schnitt- und Weidenutzung schwächt die Jakobskreuzkrautpflanzen, eine dichte Grünlandnarbe erschwert ihre Ausbreitung
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