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Kanalsanierung bereitet Sorgen

HALTERN Reifenhändler Josef Brosthaus von der Annabergstraße sieht schwarz: „Wenn mir durch die Baustelle das Wintergeschäft verloren geht, kann ich dichtmachen.“

von Von Elisabeth Schrief

, 18.08.2008
Kanalsanierung bereitet Sorgen

Martina Darmer weist mit einem Schild an der Ecke Annabergstraße/Philippistraße auf die Erreichbarkeit des Getränke-Abholmarktes hin.

Seit gestern ist die Annabergstraße zwischen Pitter-Bey-Straße und Philippistraße gesperrt. „Erst am Freitag wurden wir Anwohner darüber informiert“, ärgert sich Josef Brosthaus. Er richtet seine Kritik an die Stadt und die ausführende Tiefbaufirma Bogenstahl aus Legden. „Eine Kooperation mit uns findet nicht statt, Zusagen werden nicht eingehalten, die Stadt ignoriert fahrlässig unsere Anliegen.“

Die Geschäftsleute schalten inzwischen Anzeigen, werben im Internet und stellen Schilder auf, um auf ihre Erreichbarkeit hinzuweisen. Die Stadt betont, dass Anlieger jederzeit den gesperrten Abschnitt bis zum Baufeld befahren können. Auch die Zufahrt zu den Gewerbebetrieben werde nach Absprache zwischen Stadt und Firma Bogenstahl während der laufenden Bauarbeiten ermöglicht. „Wenn wir allerdings wie jetzt unbequem zu erreichen sind, bleiben die Kunden gleich ganz weg“, kennt Josef Brosthaus übliches Verhalten.

Karin Nelke-Mertens von Outdoor-Nelke befürchtet ebenfalls, dass vor allem auswärtige Kunden – und das sind immerhin 40 Prozent – den Weg durch die Baustelle scheuen oder ihn nicht finden. „Ich habe zwar Verständnis für die Bauarbeiten, aber ich finde, sie dauern viel zu lange.“ Probleme hat ebenso die Getränkefirma Erfrig/Krietemeyer. Nur noch normale 7,5 Tonner können die Einfahrt zum Betrieb passieren, die größeren Züge ab nächster Woche nicht mehr. „Dann wird für uns die Auslieferung teurer, weil wir zwei- oder dreimal fahren müssen“, geben Martina Darmer und Petra Klinge, die Leiterinnen des Getränke-Abholmarktes, zu bedenken. Aber auch für sie gilt die Zusage, dass der Markt für die Kunden immer erreichbar bleibt. Vorsichtshalber stellten sie ein Hinweisschild auf.

Der gestern begonnene zweite Bauabschnitt dauert, so die Stadt, bis November dauern, dann geht es in der Philippistraße weiter. Bei hydraulischen Nachrechnungen hatte die Stadt im Bereich der Annabergstraße Überstaubereiche festgestellt. Anwohner spürten das durch Überschwemmungen bei starken Regengüssen. Eine Sanierung war unumgänglich. Die Maßnahme kostet 700 000 Euro.

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