Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Kein Knöllchen für kleine Zweiräder

Kärntner Platz

HALTERN Der Zettel ist klein, die Wut umso größer. Weil Heinz Willi Bax seinen Motorroller auf dem Parkplatz am Kärntner Platz abstellte, bekam er tatsächlich ein Knöllchen. Der Grund: Bax zog keinen Parkschein.

von Von Sonja Kostersitz

, 04.08.2010
Kein Knöllchen für kleine Zweiräder

Knöllchenärger: Heinz Willi Bax ist sauer auf Haltern. Weil die Stadt ihm ein Bußgeld schickte, meidet er sie nun weiträumig.

 „Das mach ich doch schon seit Jahren so und nie ist etwas passiert!“ Den Einwand der Politesse, das Knöllchen sei juristisch einwandfrei, auch Zweiräder erforderten Parkgebühr, will Bax nicht gelten lassen. Denn abgesehen von der juristisch recht wertlosen Tatsache, dass er schon jahrelang der Parkgebühr entkommen war, wird Bax nur wenige Minuten später Zeuge einer „himmelschreienden Ungerechtigkeit“, die dem Pensionär „gelinde gesagt, nur noch Kopfschütteln“ entlockte.

Während die Politesse ihn für fünf Euro veranschlagte, ließ sie einen Mofafahrer ziehen. „Der hatte aber auch kein Ticket!“, so Bax erbost, „was macht denn die Stadt da für merkwürdige Unterschiede?“ Einer, der es weiß, ist Stadtsprecher Georg Bockey. „Das Kennzeichen macht den Unterschied,“ sagt er.

Denn während größere Zweiräder ein Kennzeichen besäßen, das in Flensburger registriert sei – und mit ihm auch sein Halter –, so trügen kleine Zweiräder wie Mofas lediglich ein Versicherungskennzeichen. „Den Fahrzeughalter damit herauszufinden, bedeutet einen Riesenaufwand,“ so Bockey.

Und koste die Stadt letztlich mehr, als das Fünf-Euro-Knöllchen in den Säckel trägt. Eine „Doppelmoral“, für Heinz Willi Bax „völlig inakzeptabel“. „Finanziell verlassen“ will er Haltern, der Gelsenkirchener, der schon seit einem Vierteljahrhundert die Sommermonate auf dem Flaesheimer Campingplatz verbringt. Und so auch seinen Halterner Zahnarzt hat, seinen Stamm-Supermarkt, „eine Art Lebensmittelpunkt eben“. Den verlagert Bax fortan nach Datteln. „Haltern gebe ich keinen Cent mehr!“ 

Lesen Sie jetzt