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Kunstflieger trainieren ihre Loopings

Flugplatz Borkenberge

HALTERN/LÜDINGHAUSEN Mit ein paar pfiffigen Fliegern fing alles an, die sich im Jahre 1922 zusammentaten, die Heide mit ihren "Flugmobilen" zu erobern. Seitdem hat sich auf dem Flugplatz Borkenberge jede Menge getan, wie sich Geschäftsführer Gisbert Alfing erinnert.

von Von Sonja Kostersitz

, 10.08.2010

Sogar Mitglieder der deutschen Nationalmannschaft trainieren auf dem Gelände. So wie Elke und Heinrich Sauels vom Niederrhein. Die Außenperspektive braucht Raum. Raum genug, dass einer oben fliegt, während der andere unten schaut. Und kommentiert, verbessert, lenkt. „Den Raum haben wir hier“, sagt Elke Sauels. Und deshalb kommt die erfolgreiche Kunstfliegerin samt Ehemann auch jedes Wochenende auf den Flugplatz Borkenberge.

600 Kilo sind für sie eine Leichtigkeit. Schwerelos steuert Elke Sauls ihre Extra 330 SC über das Gelände. Ein Looping, die Linie senkrecht hinauf und hinunter, sie gerät ins Trudeln. „Das ist die schwerste Figur“, sagt Elke Sauels, das Trudeln, wenn der eine Flügel fliegt und der andere nicht. „Dann segelt man hinab wie ein Ahornblatt“, erklärt Ehemann Heinrich. Wenn seine Herzensdame zum Ahornblatt wird, steht er unten, am Rande des Flugplatzes. Per Funkgerät gibt der 46-Jährige Gattin Elke Tipps zur Verbesserung ihrer waghalsigen Manöver. „Von innen fühlt sich das Fliegen anders an als von außen“, erklärt Elke Sauels, „da ist die Außenperspektive essenziell wichtig.“ Die Abläufe müssen sauber sein, die Augen der Kampfrichter sind scharf.

Und haben Elke Sauels erst vor kurzem zur drittbesten Deutschen im klassischen Kunstflug erkoren. Seit rund sieben Jahren findet das Fliegerpaar aus dem niederrheinischen Kempen den Weg in die Borkenberge. Geflogen wird, wenn’s keinen stört, „denn der Kunstflug braucht Raum“, sagt Heinrich Sauels. Genau genommen einen Kubikkilometer, eine Art Luftwürfel, in dem der Flieger seine Kunst zum Besten gibt. Und nicht nur seinen Raum nimmt das Fliegerpaar mit Umsicht, auch die Zeit. Morgens nicht vor halb zehn, abends nicht nach 20 Uhr, „eine klare Absprache seit damals“, so Elke Sauels, die mit „damals“ das Jahr 2005 meint, in dem sich Anwohner aus Sythen von dem Fluglärm belästigt fühlten. Und dies auch dem Ordnungsamt meldeten. Doch es ist wieder Ruhe eingekehrt auf dem Flugplatz Borkenberge, dem Hügel wie der „Rauhe Hang“ oder der Steinberg seine ganz eigene Atmosphäre verleiht. „Es ist einfach toll, hier trainieren zu können“, sagt Elke Sauels. Und ist schon bald wieder auf dem Weg nach oben, um Ahornblatt-gleich zurückzukehren. Genug Raum ist schließlich da.

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