Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Lippe war ein wichtiger Handelsweg

Tag des offenen Denkmals

"Kultur in Bewegung - Reisen, Handel und Verkehr" lautet das Motto des Tags des offenen Denkmals am Sonntag, 12. September.

18.08.2010
Lippe war ein wichtiger Handelsweg

Während die Lippe heutzutage ausschließlich der Erholung dient, war sie früher ein wichtiger Verkehrsweg.

Handel und Verkehr waren in den vergangenen Jahrhunderten nicht einfach. Gab es doch oft lückenhaft ausgebaute Handelsrouten, langsame Verkehrsmittel mit begrenzter Kapazität. Dennoch wurden von den Händlern Waren und Materialien über weite Strecken ausgetauscht. Erinnert sei in diesem Zusammenhang an den Hellweg, der u.a. auch als Handelsstraße genutzt wurde.

Im 19. Jahrhundert setzte durch neue Verkehrsmittel eine wesentliche Veränderung ein, die zu erheblich größerem Warenaustausch führte: Verdichtung des Straßennetzes, Bau von Eisenbahnstrecken, Aufkommen der Dampfschifffahrt, Kanalbau und vieles mehr. Die Stadt Haltern bietet am 12. September zwei Veranstaltungen an: Da ist einmal die historische Schifffahrt auf der Lippe. Unter Führung der Heimatfreunde Haltern werden per Rad der Lippe entlang auf dem Teilstück Flaesheimer Schleuse bis Burg Ostendorf historische Spuren der Lippeschifffahrt aufgesucht. Nicht nur für die Römer, sondern auch für die Menschen im Mittelalter war die Lippe eine wichtige Alternative zum beschwerlichen Landweg. Vom Treideln, den Zollstationen, Fähren und der kurzen Ära der Lippedampfschifffahrt wird ebenso die Rede sein wie z.B. von der Hafenanlage aus der Römerzeit.

Wissenswertes weitergeben werden Heiner Laakmann in Flaesheim, Bernard Grothusmann in Hamm-Bossendorf und Karl-Heinz Paul in Lippramsdorf. Die Veranstaltung klingt in einer Gaststätte in Lippramsdorf aus. Die Teilnahme ist kostenfrei. Zudem geht es um Reisewege der Postkutschenzeit: Fahrzeuge, Postämter, Straßen und Straßenbau in und um Haltern. Pferdekutschen waren neben Ochsenkarren in der vorindustriellen Neuzeit das bedeutendste Fortbewegungsmittel zu Lande. Die ersten Postkutschen in Deutschland waren ungefederte Leiterwagen mit einem Korbgeflecht, das später mit einer Plane überspannt wurde. Man saß darin auf Holzbänken mit Felldecken. Seit der Zeit der Aufklärung hatten Postkutschen auch Bedeutung in der Personenbeförderung. Im Laufe der Zeit bildeten sich bestimmte, für die speziellen postalischen Aufgaben und regionalen Gegebenheiten ausgebildete Kutschentypen heraus.

Die Reisegeschwindigkeit der Postkutsche wurde durch Straßenbau von etwa zwei km/h im Jahr 1700 auf etwa zehn km/h 1850 gesteigert. Eine Kutsche konnte damals an einem Tag über 100 Kilometer zurücklegen. Dieses und noch mehr erläutert Dr. Ulrich Barth aus Münster. Er spricht am 12. September ab 17 Uhr im Alten Rathaus. Eintritt ist frei.

Lesen Sie jetzt