Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Martina Werner berichtet von spannenden Erlebnissen

Südafrika-Austausch

Martina Werner war für vier Wochen in Südafrika und ist in eine andere Welt abgetaucht. Am liebsten wäre sie noch länger geblieben, aber auch so hat sie jede Menge zu erzählen.

HALTERN

von Von Stefan Gewecke

, 27.08.2010
Martina Werner berichtet von spannenden Erlebnissen

Martina Werner mit den südafrikanischen Freunden Anneke und Brandon in Schuluniformen.

„Huch arde?“, „Huche mooje“, „Wat nach?“ Das ist Africaans. Eine von elf Landessprachen in Südafrika. Das sind einige der Worte, die Martina Werner während ihres vierwöchigen Aufenthaltes in der Nähe von Pretoria, eine Stunde nördlich von Johannesburg im Norden Südafrikas, gelernt hat. Es heißt „Wie geht´s?“, „Guten Morgen“ und „Was noch?“. „Eigentlich wollte ich ja für ein Vierteljahr in die USA, aber dann hat meine Klassenpatin mir den Freundeskreis Südafrika empfohlen, durch den sie selber eine Austauschschülerin bei sich hatte und dann ist meine Englischlehrerin Südafrikanerin. Also bin ich in Südafrika gelandet“ erinnert sich die fünfzehnjährige Schülerin des Geschwister Scholl Gymnasiums in Marl. Sie ist erst vor eineinhalb Wochen wieder in Haltern gelandet. „Die Zeit musste ich natürlich erstmal mit der Familie und den Verwandten verbringen, alle wollten meine Fotos sehen und Geschichten hören.“Krüger Nationalpark Und spannende Geschichten hat Martina haufenweise zu erzählen. Zum Beispiel vom Ausflug in den Krüger Nationalpark, in dem die Gastmutter als Tierärztin tätig ist. „Das ist schon was anderes als hier im Zoo, wenn zehn Meter neben dem Auto die Löwen aufmarschieren oder der Gepard gerade sein Mittagessen zerfleischt. Oder als die Nashorn-Mutter mit ihrem Jungen auftauchte, da wurde uns schon ganz schön mulmig.“ Wir, das sind Martina, die 17-jährige Gastschwester Tamara und der zwölfjährige Gastbruder Sascha.

Vor 22 Jahren ausgewandert Familie Michel ist vor 22 Jahren aus München nach Südafrika ausgewandert und hat sich eine kleine Gemüsefarm vor den Toren der Stadt eingerichtet. Der nächste Nachbar wohnt dreihundert Meter entfernt, die Gegend ist ländlich. „Eigentlich sprechen ja alle Deutsch, aber wir haben uns trotzdem meistens auf Englisch unterhalten, mit dem Sascha habe ich viel rumgeflachst!“ lacht Martina. „Die Zeit war viel zu kurz, ich wäre gerne länger geblieben.“ Über jeden Tag hat sie Tagebuch geführt, auch das in Englisch. „Heute unterdrücken die Schwarzen die Weißen“ schreibt sie darin, „aber das ist nachdem was die Weißen den Schwarzen angetan haben auch verständlich.“ Eine deutsche Freundin hat es auf der Schwarzen-Schule nur drei Tage lang ausgehalten. „Sie ist dort richtig runtergemacht worden.“Familienmitglied Martina hat sich von Anfang an wohl gefühlt. Die Familie hat sie als Familienmitglied voll integriert. Und auch in der Weißen-Schule Hoërskool Overkruin fand sie schnell Anschluss. „Ich hatte dort die ganz normalen Fächer wie hier auch, Mathe, Erdkunde, Bio und Chemie, aber es gab auch ein ganz interessantes Fach, was es hier nicht gibt: Lebensorientierung. Da wird den Schülern was über Aids beigebracht, Werte und Moralvorstellungen werden vermittelt oder wie man sich in der Familie organisiert.“ Die WM ist in Südafrika noch deutlich zu spüren. „Überall hängen noch die bunten Fahnen, Public-Viewing-Stationen stehen immer noch aufgebaut, überall tröten die Vuvuzelas, das ganze Land ist noch im WM-Fieber, das wird auch noch eine ganze Zeit so bleiben!“

Über die Organisation Freundeskreis Südafrika FSA kommen demnächst die beiden Freunde Anneke und Brandon nach Deutschland. „Die beiden werden nicht hier in Haltern sein, aber wir haben noch Kontakt und ich hoffe, dass wir uns dann mal besuchen!“ freut sich Martina auf den Besuch. Die Begrüßung „Huch arde?“ klappt ja schon!

Lesen Sie jetzt