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Musik vom Feinsten im Schloss

Sythener Gitarrentage

"Extra aus den Vereinigten Staaten eingeflogen", wurden die beiden Mandolinisten Caterina Lichtenberg und Mike Marshall, um das Schloss-Publikum musikalisch zu verwöhnen. Morgens spielten die beiden Mandolinisten, abends die weltbeste Gitarrenspielerin Irina Kulikova.

SYTHEN

von Von Florian Wilms

, 30.08.2010

Von Barock und Romantik über Bluegrass zu Brasilianischer Choro-Musik: Eine Weltreise unternahmen Caterina Lichtenberg und Mike Marshall, zwei Mandolinisten verschiedenster Prägung, mit den begeisterten Zuhörern am Sonntagvormittag. Marshall, einer der besten Mandolinisten Amerikas, organisiert das bedeutende „Mandolin Symposium“ an der Universität von Kalifornien, auf dem Lichtenberg regelmäßig unterrichtet. Sie übt dort eine Professur an der Musikhochschule Köln aus und ist weltweit solistisch und kammermusikalisch tätig. Die Preisträgerin verschiedenster nationaler und internationaler Musikwettbewerbe ist auch deutlich größeres Publikum gewöhnt. Lichtenbergs hatte bereits einiger Fernseh- und Radioauftritte, insgesamt neun CDs brachte die Musikerin auf dem Markt. Mit einem spontanen Programm verwöhnten die beiden nicht nur die Ohren, auch den Augen gaben sie reichlich zum Schauen. Blitzschnell greift Lichtenberger nach den Saiten - jeder Griff muss dabei sitzen.

Die fulminante Begegnung Lichtenbergers und Marshalls lässt einen völlig neuen Sound entstehen. „Hier“, so Lichtenberg, „sind die Mandoline und auch das Mandocello nicht so bekannt wie in den USA.“ Die Musiker spielten Stücke von Johann Sebastian Bach, über Jean-Marie Leclair bis hin zu Eigenkompositionen. Zwischen den Stücken erzählten sie kurze Geschichten. „Das war unglaublich. Die zwei Musiker haben wundervolle Musik gemacht“, sagte ein begeisterter Zuschauer. „Ich selber spiele auch die Mandoline, aber noch lange nicht so gut wie die beiden.“  Die russische Gitarristin Irina Kulikova ist eine außergewöhnlich begabte Musikerin, sie zählt zu den drei besten Gitarrenspielern der Welt. Sie brachte Sonntagnachmittag die Gitarre zum Klingen, verzauberte die Ohren ihrer Zuhörer.

„Ich bin etwas nervös“, gestand Kulikova vor ihrem Auftritt. Ihre Ausbildung beendete sie am Salzburger „Mozarteum“ mit Auszeichnung und gewann mehrere erste Preise bei wichtigen Wettbewerben. „Kulikova versteht es, die Konzertbesucher in ein tiefes und verzauberndes Musikerlebnis hineinzuziehen und begeistert so nicht nur Menschen, die mit Gitarrenmusik bisher weniger vertraut sind, sondern auch Gitarristen-Kollegen“, urteilte ein Gitarrist im Publikum.   Die junge Musikerin wurde in Chelyabinsk im Süden des Urals geboren. Gefördert und begleitet von ihrer Mutter, der Cellistin Vinera Kulikova, dem Komponisten, Gitarristen und Musikwissenschaftler Victor Koslov und Alexander Volgusnov entwickelte sie ihre Musikalität bereits in jüngeren Jahren. Als Zwölfjährige reiste sie durch ganz Russland und ins Ausland zu Konzerten und Festivals. So auch zu den Sythener Gitarrentagen. Mit Applaus lief sie in den Saal, setzte sich auf ihren Stuhl und begann zu spielen. Kein Wort sagte sie dabei. „Die Töne sagen doch mehr als Tausende Wort“, flüsterte ein Zuschauer. Er hatte recht. Eindrucksvoll glitten ihre Finger über den Gitarrenhals. Mit der „Celle suite no. 1“, von Johann Sebastian Bach eröffnet sie ihr Konzert. Weitere Klassik-Stücke spielt sie auf ihrer Gitarre. „Stille ist normalerweise unheimlich“, sagte ein Besucher „doch sie macht die Stille zu etwas Wunderbarem.“

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