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Neue Strecken sollen den Wald entlasten

Neue Wege für Radfahrer und Wanderer in Haltern

Wanderer, Hundehalter, Radfahrer und Reiter kommen sich im Wald nicht selten in die Quere. Mangelnde Rücksicht ist häufig ein Thema. Mit zwei Projekten will der Regionalverband Ruhr vor allem die Haard entlasten. Unsere Karte zeigt, wo sich etwas tun soll.

HALTERN

, 19.06.2018
Neue Strecken sollen den Wald entlasten

In der Haard finden professionelle Mountainbike-Rennen statt. Doch auch für Hobbyfahrer ist der Wald ein beliebtes Gebiet. © Blanka Thieme-Dietel

Der Hohe-Mark-Steig wird ein rund 100 Kilometer langer Weg von Olfen bis Wesel, Verbindungen etwa von Bahnhöfen zum Steig kommen mit rund 50 Kilometern insgesamt dazu. Die genaue Wegführung soll Ende dieses Jahres feststehen, erklärt Heinrich Jolk, Teamleiter beim Regionalverband Ruhr (RVR). Von Olfen aus soll er aber über Oer-Erkenschwick durch die Haard über Flaesheim und Haltern Richtung Lembeck führen. „Verschiedene Tagesetappen sind entlang des Steiges planbar“, erklärt Jolk bei einer RVR-Ausschusssitzung im Forsthof Haard.

Wichtig ist Heinrich Jolk „sanfter Tourismus“. Weil sehr viele Menschen vor allem die Haard besuchen, führe das zu Konflikten unter den Nutzern (zum Beispiel Reitern, Radfahrern und Spaziergängern) und mit dem Naturschutz. Der RVR will die Besucher gezielter lenken, um den Wald zu entlasten.

Diese Verteilung ist anhand von vier Punkten geplant:

  • Von zwei Ausfahrten der Autobahn 43 aus weisen Schilder die Besucher zu insgesamt acht Wanderparkplätzen. Vom Kreuz Marl-Nord betrifft das auf Halterner Gebiet einen Parkplatz an der Recklinghäuser Straße in Hamm-Bossendorf und den am Dachsberg in Flaesheim.
  • Von diesen ausgewählten Parkplätzen werden elf größtenteils getrennte Wander-Rundstrecken von vier bis zehn Kilometern Länge ausgeschildert. „Bislang sind überlappende Wege ausgewiesen“, erklärt Heinrich Jolk.
  • Zwei schon feststehende Mountainbike-Routen werden ausgeschildert, eine ist vom Römerweg bei Hamm-Bossendorf (15 Kilometer), die andere vom Dachsberg zu erreichen (40 Kilometer mit Abkürzungsmöglichkeit). „Bestehende Wege und zum Beispiel schmale ehemalige Waldwege sind da enthalten“, so Jolk. Zusammen mit einigen Radfahrern wurden diese Strecken geplant. Sie sollen so attraktiv sein, dass die Fahrer sich keine wilden Routen in schützenswerten Waldbereichen suchen.
  • Am südlichen Rand der Haard zwischen Marl-Sinsen und Oer-Erkenschwick entsteht eine Waldpromenade unter anderem mit Kinderspielen und Aussichtspunkten.

Hier sehen Sie die neuen Fahrradstrecken und die Waldpromenade:

Die Kosten für das Projekt liegen zum Start bei 1,6 Millionen Euro, für die Pflege des Steigs sind pro Jahr 85.000 Euro eingeplant. Wegen des neuen Weges sollen mehr Touristen in die Region kommen, die Erlöse dadurch sollen diese Kosten deutlich übersteigen. Der erste Teilabschnitt, wahrscheinlich in der Haard, soll im späten Frühjahr 2019 eröffnet werden – das große Ganze dann im Sommer 2020.

Alle Projekte sollen bis Ende Oktober 2020 abgeschlossen sein, Heinrich Jolk nennt das „sehr ambitioniert“, eine Verlängerung des Förderprogramms sei aber nicht möglich. Aktuell führe man für die Planung sehr viele Gespräche mit Menschen, die verschiedene Interessen haben: „Die Anlieger sind nicht immer begeistert, wenn wir zum Beispiel die Wanderer über ihre Feldwege führen.“

Fünf Monate nach Orkan „Friederike“ m Januar hat Försterin Juliane Saebel die Folgen vorgestellt. Etwa 40 Prozent der Schäden des stärksten Sturms seit „Kyrill“ (genau zehn Jahre zuvor) seien beseitigt. „Überall liegt mal ein Baum“, beschreibt Saebel die sogenannten Einzel- und Kleinflächenwürfe. Das mache den Abtransport sehr aufwendig. Speditionen seien wegen bundesweiten Aufräumarbeiten kaum zu bekommen und die Verkaufspreise für das Holz seien im Keller. In den RVR-Wäldern gelte ein „Einschlagstopp“, es würden aktuell keine gesunden Bäume gefällt. Priorität habe der Abtransport der Sturmschäden, damit sich dort keine Borkenkäfer einnisten, die auch gesunde Bäume befallen könnten. Die umgestürzten Bäume bieten Wildtieren aber Nahrung und Deckung. Die Förster seien bemüht, dem Spagat zwischen wirtschaftlichen Zwängen und ökologischer Bereicherung gerecht zu werden.
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