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Offener Ganztag soll in Haltern verpflichtend werden

Für fünf Tage

Die Wohlfahrtsverbände sorgen sich um die Zukunft der Offenen Ganztagsschulen. Die Zuschüsse des Landes reichten nicht, verschuldete Kommunen könnten die Finanzierungslücke nicht schließen, wird argumentiert. In Haltern gibt es ein anderes Problem: Die Teilnahme am Offenen Ganztag soll verpflichtend für fünf Tage sein.

HALTERN

, 25.10.2016
Offener Ganztag soll in Haltern verpflichtend werden

Die OGS der Marienschule ist in diesem Jahr zehn Jahre alt. Aus diesem Anlass feierten Kinder, Eltern, Lehrer, ehrenamtliche Helfer und die Betreuer ein Sommerfest mit vielen Aktionen. Begeistert aufgenommen wurde die Aufführung beliebter Musical-Songs und eine Diabolo-Show, für die die Kinder lange geprobt hatten. Auch das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite und so konnten Kaffee und Kuchen im Schulgarten genossen werden. Nach einem kurzweiligen Nachmittag mit Spielen, Glücksrad, Leseecke und Bastelangeboten wurden alle Kinder mit einem Fußballeis verabschiedet.

665 Halterner Grundschüler besuchen derzeit die acht Offenen Ganztagsschulen (OGS). Gestartet war Haltern zum Schuljahr 2004/05 mit 220 Schülern. Für Kinder ohne besonderen Förderbedarf zahlt das Land pro Kind und Jahr 994 Euro, für Schüler mit besonderem Förderbedarf 2003 Euro. Zusammen also 688.253 Euro. Die Stadt steuert als Pflichtanteil 435 Euro und als freiwilligen Anteil 345 Euro beziehungsweise 1170 und 735 Euro hinzu. Zusammen mit einem Personalkostenzuschuss der Stadt fließen im Jahr 1.261.663 Euro in die Offenen Ganztagsschulen. Die Stadt holt sich ihre Zuschüsse zum Teil über die Elternbeiträge wieder. Die Kinder besuchen die OGS an drei bis fünf Tagen.

Hände gebunden

Nun hat die Gemeindeprüfungsanstalt (GPA) angekündigt, Aufnahmeverträge, Anwesenheitslisten, Verwendungsnachweise und rechtliche Vereinbarungen unter die Lupe zu nehmen. Dazu sagt Schulamtsleiter Ludger Muck auf Nachfrage: „Die GPA möchte sicherstellen, dass der Erlass zur Anwesenheitspflicht in der Regel an allen Unterrichtstagen strikt umgesetzt wird.“ Ausnahmen sollen nur im Einzelfall gestattet sein und müssen durch die Schulleiter mit schriftlicher Begründung dokumentiert werden.

Im städtischen Schulamt liefen die ersten Elternbeschwerden ein. Ludger Muck weiß, dass die meisten Eltern ihre Kinder nicht fünf Tage in die OGS schicken möchten. „Wir als Stadt aber sind gezwungen, den Erlass zum nächsten Schuljahr umzusetzen.“

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