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"Operation Speed" erwischt Temposünder

Verkehrskontrollen

Bei der kreisweiten Verkehrsaktion "Operation Speed" geht es um überhöhte Geschwindigkeiten. Bei den Kontrollen in Haltern kassierte ein Fahrer sieben Punkte und ein Strafgeld in Höhe von 240 Euro. Wir waren dabei.

HALTERN

von Von Elke Rüdiger

, 24.08.2010
"Operation Speed" erwischt Temposünder

Ertappt: Josef war 17 km/h zu schnell, 3 km/h Kulanz werden abgezogen, bleiiben 14 km/h zu schnell - macht 20 Euro. "Mein Fehler", sagte der Sünder. "Ich war in Gedanken nicht bei der Sache."

„Der fährt ja wohl viel zu schnell“, entfährt es mir, und Jörg Teichert hinter dem Lasermessgerät nickt: 89 km/h. Erlaubt sind 50. Plötzlich schert das Auto aus, zieht am Laster vorbei – im Überholverbot. Der Hauptkommissar nimmt seine Kelle, signalisiert „Halt!“ Der Mann im Wagen mit Bochumer Kennzeichen nimmt das Tempo etwas zurück, blickt zum Polizisten, gibt Gas und jagt davon.  

Diese Fehlreaktion kommt ihn teuer zu stehen. Überholverbot: 70 Euro, ein Punkt; 89 statt 50 km/h: 120 Euro, drei Punkte. Das Nichtbeachten eines Halt-Zeichens durch einen Polizeibeamten kostet weitere drei Punkte und 50 Euro. Macht zusammen 240 Euro und sieben Zähler in Flensburg. In dieser Woche findet kreisweit die „Operation Speed“ statt, denn unangemessene Geschwindigkeit stellt eine der Hauptunfallursachen dar. 2009 ereigneten sich wegen zu schnellen Fahrens 376 Verkehrsunfälle im Kreis (einschließlich Bottrop), 215 Personen wurden verletzt. Auch diese Kontrolle, bei der in 90 Minuten zwölf Temposünder ertappt wurden, zeigt, dass viele nicht aus Unkenntnis Beschränkungen missachten, sie hoffen, dass ihr Fehlverhalten ungeahndet bleibt.

Mögliche Unfallfolgen werden ausgeblendet. „Ich habe nur auf die Feuerwehr geachtet...“, entschuldigte sich der holländische LKW-Fahrer. „Mein Fehler“, sagte ein Coesfelder, „ich leg meinem Kunden die Verwarnung auf den Tisch, damit er sieht, wie ich mich beeilt habe.“ Es gab auch dreiste Töne: „Die Politiker zocken uns noch nicht genug ab, da müsst Ihr kommen!“ – „Ich bin nur zügig gefahren. Rasen ist etwas anderes“, begründete ein Fahrer seine 69 km/h. Von Einsicht keine Spur. Das Vergehen zu sanktionieren, sagt Teichert, sei eine Sache. Nachhaltige Wirkung zeige meistens, „den Verkehrssünder anzuhalten und mit ihm zu reden. Klar machen, was passieren kann.“

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