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Polizei ist auf Zeugenhinweise angewiesen

"Je mehr, desto besser"

Zweimal konnte die Polizei in den vergangenen Tagen mutmaßliche Einbrecherbanden dingfest machen, weil unter anderem aufmerksame Zeugen den Beamten wichtige Hinweise gaben. Wir sprachen mit der für Haltern zuständigen Kreispolizeibehörde in Recklinghausen über den Zusammenhang von Zeugen und Polizeiarbeit.

HALTERN

, 09.10.2016
Polizei ist auf Zeugenhinweise angewiesen

"Hinweise von Bürgern sind für uns enorm wichtig", sagt die Polizei. Deswegen sollte man bei verdächtigen Beobachtungen sofort die 110 anrufen.

Wie wichtig sind Zeugen für die Polizeiarbeit?

"Hinweise von Bürgern sind für uns enorm wichtig. Je mehr Hinweise wir bekommen, desto besser ist es", sagt Polizeisprecher Andreas Wilming-Weber. Es macht das an folgendem Beispiel fest: Ein Bürger beobachtet ein dunkles auffälliges Auto und meldet dies über 110 der Polizei, möglicherweise mit Kennzeichen oder Teilkennzeichen. Ein anderer Bürger meldet der Polizei über 110 etwa zur gleichen Zeit verdächtige Personen, vielleicht sogar mit einer Beschreibung. Einige Zeit später erhält die Polizei den Hinweis auf einen Wohnungseinbruch in der Nähe der Beobachtungen. Die Hinweise der Bürger zu dem Auto und zu den Personen sind für die Polizei wertvolle Ermittlungsansätze. "Der aktuelle Ermittlungserfolg mit zwei geklärten Wohnungseinbrüchen in Haltern basierte unter anderem auf Hinweisen der Bevölkerung", sagt Andreas Wilming-Weber.

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Gibt es Delikte, bei denen Zeugenhinweise besonders wichtig sind?

"Hinweise von Bürgern sind immer wichtig", sagt Andreas Wilming-Weber, "dabei geht es ja auch nicht darum, dass es bereits zu einer Straftat gekommen sein muss." Hinweise können zu verdächtigen Personen, Fahrzeugen oder auch Geräuschen sein. Die Feststellung, ob eine Beobachtung im Zusammenhang mit einer Straftat steht, sei aber Aufgabe der Polizei, so Andreas Wilming-Weber.

Häufig bekommt die Halterner Zeitung über unterschiedliche Kanäle die Rückmeldung, dass es nichts bringen würde, die Polizei zu rufen, weil die Beamten eh nicht vor Ort seien. Was sagt der Polizeisprecher zu diesem Vorwurf?

"Die Polizei ist in der Stadt präsent. Die Bekämpfung des Wohnungseinbruchs zum Beispiel ist eine behördenweite Aufgabe, an der eine Vielzahl von Dienststellen beteiligt sind. Das geht von Ermittlern, über Beamte des Wach- und Wechseldienstes, des Bezirks- und Schwerpunktdienstes, des Verkehrsdienstes, bis zu Zivilfahndern und neuerdings auch der Reiterstaffel. Grob unterscheiden wir zwischen sichtbaren Maßnahmen und verdeckten Maßnahmen", so Andreas Wilming-Weber.

Wenn sich herausstellt, dass eine Zeugenbeobachtung nur ein Fehlalarm war, muss der Zeuge dann die Anfahrt der Polizisten bezahlen?

Die Meldung einer verdächtigen Beobachtung führt zu einem polizeilichen Einsatz. "Wenn sich bei der Überprüfung einer Person oder eines Fahrzeuges herausstellen sollte, dass die Beobachtung nicht im Zusammenhang mit einer Straftat steht - umso besser. Bezahlen muss niemand für den Hinweis", betont Andreas Wilming-Weber. "Wir werden lieber einmal umsonst gerufen, als dass ein Einbrecher ungestört agieren kann."

Kann man auch über die Facebook-Seite der Polizei einen Zeugenhinweis geben?

Die Facebook-Seite der Polizei diene nicht dazu, Hinweise an die Beamten weiterzugeben. "Verdächtige Beobachtungen sollten immer über 110 so schnell wie möglich an die Leitstelle gemeldet werden. Bei Zeugenaufrufen in Pressemeldungen zu einem konkreten Fall geben wir immer die Telefonnummer 0800 2361 111 an. Dabei geht es aber nicht um aktuelle Fälle, sondern um Taten, die bereits einige Zeit zurückliegen."

Gibt es Tipps, wie ich mich als Zeuge richtig verhalte? Sollte ich beispielsweise die Täter verfolgen?

Als Orientierung dienen die sechs praktischen Regeln der "Aktion-Tu-was". Diese lauten:

  • Gefahrlos handeln - Ich helfe, ohne mich selbst in Gefahr zu bringen
  • Mithilfe fordern - Ich fordere Andere aktiv und direkt zur Mithilfe auf
  • Genau hinsehen - Ich beobachte genau, präge mir Tätermerkmale ein
  • Hilfe holen - Ich organisiere Hilfe unter Notruf 110
  • Opfer versorgen - Ich kümmere mich um Opfer
  • Als Zeuge mithelfen - Ich stelle mich als Zeuge zur Verfügung.

Weitere Infos unter anderem über die "Aktion-Tu-was" im Internet unter

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