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Polizei löste Party im Naturschutzgebiet auf

Kooperative Jugendliche

In der Nacht von Freitag auf Samstag feierten rund 300 Jugendliche in den Lippeauen eine Techno-Party. Mitten im Naturschutzgebiet.

von Von Stephen Kraut und Elisabeth Schrief

, 30.08.2010

„Und das war nicht das erste Mal“, sagt André Dziggel von der Reservistenkameradschaft Umwelt und Natur. Durch Anwohner verständigt, traf er die feiernden Jugendlichen gegen 0.30 Uhr auf dem Areal an.  

„Einige haben mich aus dem letzten Jahr wieder erkannt und kamen sofort auf mich zu“, so Dziggel. Dass offenbar die selben Veranstalter hinter der professionell durchgeführten Party stecken, bei der sogar mit Stromaggregaten für DJ-Pulte gearbeitet wurde, ärgert ihn besonders. „Sie lernen nicht, dass so eine Veranstaltung in einem Naturschutzgebiet nichts zu suchen hat. Es ist egal, wie gründlich sie am nächsten Tag aufräumen. Scherben und verschreckte Tiere bleiben immer zurück.“ Dziggel hofft nun, dass das Durchgreifen der Polizei dieses Mal seine Wirkung zeigt und die Party für immer ein Ende hat.

"Smack my bridge up“ nennen Halterner Jugendliche diese Party. Sie ist Kult und fand zum wiederholten Male unter der Autobahnbrücke in Hamm-Bossendorf statt. Illegal, aber mit Kultstatus. Nach Anrufen von Anwohnern und André Dziggel fuhr die Polizei mit drei Streifenwagen vor. „Die Jugendlichen waren sehr kooperativ“, beschreibt Pressesprecher Andreas Wilming-Weber die Atmosphäre. Die Veranstalter hätten sofort reagiert und die Gäste per Lautsprecher zum Aufbruch aufgefordert. „Es gab keinen Rabatz, alles war sehr friedlich“, bestätigt Wilming-Weber. Die Polizei notierte sich Personalien, schrieb allerdings keine Anzeigen. „Die Jugendlichen haben keine Straftaten begangen, sondern sich lediglich im Naturschutzgebiet ordnungswidrig verhalten.“ Die Veranstaltung hätte bei der Stadt angemeldet werden müssen, aber natürlich hätte das Ordnungsamt für die nächtliche Brücken-Party keine Genehmigung gegeben. Der Essener Lippeverband als Unterhalter der Lippe hatte von dem Vorfall bis gestern Nachmittag nichts vernommen. Er wird aber nicht aktiv, weil die Jugendlichen keinen Schaden angerichtet haben.

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