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Radfahrer blockieren Feuerwehr auf dem Weg zum Einsatz in Holtwick

Rettungskräfte behindert

Offenbar aus reiner Ignoranz hat eine Gruppe Radfahrer am Dienstagabend einen Feuerwehreinsatz behindert. „Es kam auf der Anfahrt zu unschönen und nicht zu duldenden Ereignissen“, heißt es.

HALTERN

, 20.06.2018
Radfahrer blockieren Feuerwehr auf dem Weg zum Einsatz in Holtwick

Auf dem Weg zu einem Einsatz wurden Feuerwehrleute von einer Gruppe Radfahrer behindert. © Freiwillige Feuerwehr Haltern

Die Lebensretter des Löschzugs Mitte waren zusammen mit Kräften der hauptamtlichen Wache zu einem Brandeinsatz in Holtwick unterwegs. Nach Schweißarbeiten in der Nähe kam es in einem Gülletank zur Gas-Verpuffung, Flammen schlugen aus der Öffnung des Behälters, berichtet Wachleiter Werner Schulte.

Auf der Holtwicker Straße eilten die Feuerwehrleute mit Blaulicht und Martinshorn heran, als sie eine Gruppe von etwa sechs bis acht Rennradfahrern erreichten. „Die sind neben- und voreinandergefahren und haben keinen Platz gemacht“, gibt Schulte die Berichte seiner Kollegen wieder. Wegen des Gegenverkehrs konnte die Feuerwehr nicht überholen und verlor wichtige Zeit. „Eben rechts ran zu fahren und abzusteigen, das kann auch niemanden in seinem Training beeinträchtigen. Spätestens nach 30 Sekunden geht es ja weiter“, sagt der Feuerwehr-Chef.

„Unschöne Gesten“ in Richtung der Rettungskräfte

Erst an einem Parkplatz im weiteren Verlauf der Holtwicker Straße gab es mehr Platz, sodass die Feuerwehr überholen konnte. „Als die Radfahrer später an der Einsatzstelle vorbeigefahren sind, mussten sich die Kollegen auch noch unschöne Gesten gefallen lassen“, berichtet Schulte. Ihm bleibt nur, ans Gewissen der Radfahrer zu appellieren und zu erinnern: „Unser Einsatz könnte auch jemanden aus der eigenen Familie betreffen, der dringend Hilfe benötigt.“

Grundsätzlich sagt Werner Schulte auch mit Blick auf Autofahrer: „Schnellstmöglich anzuhalten ist mit Sicherheit der richtige Weg, wenn sich Rettungskräfte nähern – wenn man dadurch selbst keine Engstelle schafft.“ Gelegentlich sei es sinnvoll, noch ein paar Meter weiterzufahren, wenn sich dort mehr Platz bietet. „Jede Situation ist unterschiedlich, meist reicht es eine Gasse zu bilden“, sagt Schulte: „Die Hauptsache ist, niemanden zu gefährden.“ Der Brandeinsatz in Holtwick ging übrigens glücklich aus, Verletzte gab es nicht.

„Die Radfahrer können froh sein, dass sie nicht erwischt wurden“, sagt Polizeisprecherin Ramona Hörst. Es drohen in so einem Fall 240 Euro Bußgeld (280 bei Gefährdung, 320 bei einem Unfall), zwei Punkte in Flensburg und bei Kraftfahrern zusätzlich ein Monat Fahrverbot.
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