Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Römer und Germanen kamen ins Schwitzen

HALTERN „Unus, duo, tres, quattuor.“ Schlag auf Schlag peitschen die Kommandos beim Marsch die Legionäre. Auf Authentizität wurde viel Wert gelegt.

von Von Leonid Sirotin

, 31.08.2008
Römer und Germanen kamen ins Schwitzen

Die Legionäre nehmen Aufstellung.

Die Darsteller dürften dabei unter ihren metallenen Rüstungen und Helmen ganz schön ins Schwitzen gekommen sein, denn bei den diesjährigen Römertagen zeigte sich die Sonne von ihrer besten Seite. Umso schöner war das für die rund 7000 Besucher, die am Samstag und Sonntag zahlreich zum Römermuseum strömten. Vor allem junge Familien informierten sich, wie Römer und Germanen vor 2000 Jahren kämpften und lebten. Für diese Zielgruppe bot die Veranstaltung den optimalen Mix aus Information und Unterhaltung. Einerseits bestachen Römer- und Germanen-Darsteller durch sehr gute geschichtliche Kenntnisse.

Gleichzeitig gab es vor allem für die Kleinen eine große Palette an Mitmach-Aktionen. Ein kräftiger Hammerschlag machte aus einem Metallrohling eine römische Münze. Eine kräftige Drehbewegung aus Getreidekörnern feines Mehl. Alltags- und Abendgarderobe für alle Altersklassen lag zum Anprobieren bereit. Köpfchen war dagegen bei römischen Brettspielen gefordert. Handwerker, Schuster, Töpfer oder Öllampen-Hersteller informierten ausführlich über ihr Tun. Wem das alles irgendwann zu anstrengend wurde, der setzte sich in die Taverne. Wirtin Macillia servierte dort erlesenen Wein oder Datteln mit Ziegenkäse. Alles stark gewürzt, so war es üblich bei den Römern.

In die historischen Kostüme schlüpften neben einigen Museumsmitarbeitern hauptsächlich Mitglieder auswärtiger Vereine. Den größten Anteil hatte die „Römerkohorte Obladen“, die unter anderem die spektakuläre Legionärs-Show gestaltete. Die Germanen präsentierten ihr Dorf etwas kleiner, doch umso feiner. Thorsten Reiß vom Verein „Ars Replika“: „Wir mussten schon mit vielen Vorurteilen aufräumen. Das Schlimmste war die Frage, ob die Germanen denn schon Feuer hatten.“ Dabei beeinflussten sich die beiden Kulturen sogar wechselseitig, die Seifenherstellung schauten sich die Römer bei den scheinbar so wilden Barbaren ab.

Lesen Sie jetzt