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Vereinsbeiträge kosten die Stadt mehr als 50 000 Euro

Finanzen

Seitdem die Stadt Haltern dem Stärkungspakt Stadtfinanzen des Landes beigetreten ist, muss sie jeden Cent mehrfach umdrehen, bevor sie ihn ausgibt. Gleichzeitig leistet sie sich Beiträge für die Mitgliedschaft in Verbänden und Vereinen in Höhe von über 50 000 Euro im Jahr. Wie ist das möglich?

HALTERN

, 23.10.2016
Vereinsbeiträge kosten die Stadt mehr als 50 000 Euro

„Im Hinblick auf eine erfolgreiche Wirtschafts- und Arbeitsmarktförderung ist eine Vernetzung erforderlich. Darüber hinaus sind zahlreiche Mitgliedschaften angesichts des Schwerpunktes Tourismus und Natur unerlässlich“, teilte die Pressestelle der Stadt auf Nachfrage mit. Tatsächlich gibt es wohl einige Gründe, die Zugbrücken in Haltern trotz Sparzwangs nicht gänzlich hochzuziehen und weiterhin auf Kooperationen zu setzen. So investiert die Stadt jährlich 18 700 Euro für die Mitgliedschaft im Münsterland e.V., der zu den stärksten Regionalinitiativen in Deutschland zählt.

Imageförderung

Neben Kommunen haben sich 200 Unternehmen und Organisationen wie der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband Westfalen oder die Handwerkskammer Münster zusammengefunden, um am positiven Image für das Münsterland zu arbeiten. So wirbt der Verein beispielsweise auf Tourismusmessen in ganz Deutschland für den Besuch der Region Münsterland.

„Bei allen Mitgliedschaften erhält die Stadt Haltern einen Gegenwert, der sich in der Regel jedoch nicht monetär beziffern lässt“, heißt es aus der Verwaltung. Als unverzichtbar gilt deshalb die freiwillige Mitgliedschaft im Deutschen Städte- und Gemeindebund. Jährlich fließen 15 800 Euro aus Haltern an den Verband. Die Stadt lässt durch ihn ihre Interessen gegenüber dem Bund und Europa vertreten. Eine kontinuierliche Kontaktpflege bei Bundestag, Bundesrat, Europäischer Union sowie anderen Organisationen und Institutionen ist inbegriffen.

Strukturwandel

Der Strukturwandel steht bei den Mitgliedschaften in der WiN Emscher-Lippe und der Regionale 2016 im Vordergrund. Die WiN wurde 1990 als regionale Wirtschaftsförderungsgesellschaft gegründet, die unter anderem die Folgen des Bergbaurückzugs, den demografischen Wandel und die finanzielle Situation der Kommunen im Blick hat. Die Regionale will Projekte und Modell-Lösungen für den ländlich geprägten Raum im Münsterland entwickeln und umsetzen. Hier wird die besondere Lage der Stadt Haltern deutlich, die zwar noch zum Ruhrgebiet gezählt wird, aber an der Grenze zum Münsterland liegt und den Einflüssen beider Regionen unterliegt.

Eine Auflistung der wichtigsten Mitgliedschaften und jährlichen Beiträge der Stadt Haltern an Verbände und Vereine:

  • Städte- und Gemeindebund NRW: ca. 15 800 Euro
  • Kommunaler Arbeitgeberverband NRW: ca. 2000 Euro
  • Kommunale Gemeinschaft für Verwaltungsmanagement (KGST): ca. 2000 Euro
  • Bund der Vollziehungsbeamten: 160 Euro
  • Fachverband der Kommunalkassenverwalter e.V.: 50 Euro
  • Mitgliedschaft beim Münsterland e.V.: 18 700 Euro
  • Arbeitsgemeinschaft „Fahrradfreundliche Gemeinden und Kreise NRW“: 2500 Euro
  • Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung: 310 Euro
  • WiN Emscher Lippe GmbH: ca. 6.700 Euro
  • Regionale 2016 GmbH: ca. 5.000 Euro
  • New Park Gesellschaft: ca. 900 Euro
  • Betreibergesellschaft Silbersee: 1600 Euro
  • Naturpark Hohe Mark e. V.: 1000 Euro
  • Waldbesitzerverband: 140 Euro