Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Ein starkes Duo auf insgesamt sechs Beinen

Halternerin (13) ist erfolgreiche Hundesportlerin

Sie ist erst 13 Jahre alt. Lorena Hackenberg ist mit ihrem Hund Lola erfolgreich in der Sportart Rally Obedience, nun hat sie sich eine besondere Auszeichnung erarbeitet. Im Video zeigen wir einen Ausschnitt ihres Trainings.

HALTERN

, 18.04.2018
Ein starkes Duo auf insgesamt sechs Beinen

Auf Ruf- und/oder Sichtzeichen springt Lola über die Pylonen-Hürde. © Foto:Ingrid Wielens

Es ist kein schönes Trainingswetter an diesem Spätnachmittag: Regen und Kälte in Kombination – das ist ungemütlich. Kein Problem für Lorena Hackenberg und Lola. Die 13-jährige Halternerin und ihre vierjährige Sheltie-Hündin absolvieren ihre Übungen in der Nähe eines großen Parkplatzes am Rande der Stadt, der zu dieser Tageszeit so gut wie leer gefegt ist. Das Mensch-Hund-Team trainiert seit gut drei Jahren in der relativ jungen Hundesportart Rally Obedience. Mit großem Erfolg.

Sowohl im Landesverband Westfalen des Deutschen Verbands der Gebrauchshundesportvereine (DVG) als auch im DVG-Kreisverband Vest-Recklinghausen wurde Lorena Hackenberg jetzt als „Jugend-Sportlerin des Jahres“ in der Sportsparte Rally Obedience geehrt. Und für die zweite Offizielle Bundessiegerprüfung ist sie dieses Jahr auch schon als Jugendliche nominiert. „Im vergangenen Jahr hatte sie dort sehr erfolgreich abgeschlossen“, erklärt Trainerin Gisela Praedel-Drees. Beim zweiten Anlauf wird Lorena diesmal direkt in der zweithöchsten von insgesamt vier Leistungsklassen (Beginner, Klasse 1, 2 und 3) starten. „Als einzige Jugendliche in der Klasse 2“, betont Praedel-Drees. Die Vorsitzende des Hundesportclubs (HSC) See-Pfoten ist sehr stolz auf Lorena. „Ich betreue sie schon seit ihr Hund im Welpenalter war.“

Lorena und Lola nehmen ihre Position am Startpunkt eines rund 20 Stationen umfassenden Parcours ein. Ungeübte Augen würden hier wohl nur einen wilden Schilderwald ausmachen. Entspannt sagt Lorena „Bei Fuß“ und läuft los, der Hund bleibt auf Tuchfühlung dicht an ihrer Seite. Ganz ohne Leine. An jeder Station geben Schilder Anweisungen: Lola muss sitzen, Platz machen, stehen bleiben, die Richtung um 90, 180 oder 270 Grad ändern. Auch einen Kreis läuft sie gemeinsam mit Lorena. Das Tier lässt die 13-Jährige dabei nicht aus den Augen und sucht pausenlos ihren Blick.

Das Mädchen läuft den Parcours souverän ab. Im Slalom geht es um Pylone. Vor einer Sprunghürde muss Lola Platz machen, Lorena läuft weiter, stoppt hinter der Hürde, wartet. Und winkt Lola heran. Blitzschnell ist der flinke Sheltie auf den Beinen, springt über die Hürde und setzt sich neben Lorena. Ganz dicht. Zum Abschluss die wohl schwierigste Aufgabe: Das Team muss im Slalom an gefüllten Futternäpfen vorbei. Dass der Hund jetzt nicht zugreifen darf, ist klar. Aber unendlich schwer. Lola würdigt die Leckerlies keines Blicks.

Jetzt lesen

„Das Schöne an diesem Sport ist, dass Hund und Mensch während ihrer Arbeit ständig miteinander kommunizieren dürfen. Der Hund darf jederzeit angesprochen, motiviert und gelobt werden“, erklärt die Hundetrainerin. Nur Anfassen, das ist nicht erlaubt. Auch Strafen werden nicht geduldet. „Wir machen nur positive Arbeit. Wir belohnen das Tier, wenn es etwas richtig macht.“ Perfekte Kommunikation und partnerschaftliche Zusammenarbeit sind gefragt. Lorena spricht ihren Hund bei jeder Aufgabe mit leiser Stimme und vollkommen unaufgeregt an. Strenge und Hektik sind nicht erwünscht.

Bis Ende 2017 war Rally Obedience noch ein reiner Fun-Sport. Inzwischen hat der Weltverband FCI die Sportart als Leistungssportart definiert. Gemäß der Prüfungsordnung muss der Parcours innerhalb von vier Minuten – Jugendliche bis 18 Jahren bekommen eine Zusatzminute – bewältigt sein. Kein Problem für Lorena Hackenberg und Lola. Fehlerfrei und voll im zeitlichen Rahmen überschreiten die beiden die Ziellinie.

Jetzt lesen

Lorena trainiert mit Erwachsenen. Mit ihrer Mutter Monika Büning (44), der Ausbilderin und einer weiteren Sportlerin bildet die junge Sportlerin eine Mannschaft. In der Einzelwertung allerdings wird die Mutter zur Gegnerin. Lorena schmunzelt. Sie weiß, dass sie die 44-Jährige schlagen wird. Bei Agility-Turnieren ist das anders. Dort tritt die Mutter in der höchsten Leistungsklasse an. Auch hier hatte Lorena schon einige Erfolge. Parallelen zur Rally Obedience gibt es durchaus. „Aber Agility ist natürlich viel schneller.“ Und welche Sportart mag Lorena am meisten? „Beides macht großen Spaß“, sagt sie. „Das Wichtigste ist, dass ich mit meinem Hund zusammenarbeiten kann.“