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Es zählt die Null am Ende

Vorwahl trennt Lippramsdorf von Haltern

Die einst eigenständige Gemeinde Lippramsdorf gehört seit 1975 zur Stadt Haltern am See. Wer sich mit den Lippramsdorfern telefonisch verständigen will, muss aber auf die richtige Vorwahl achten.

Lippramsdorf

, 29.05.2018
Es zählt die Null am Ende

Lippramsdorf als Ortsteil von Haltern am See hat bis heute eine eigene Vorwahlnummer. Foto: Benjamin Glöckner

Wählen, was verbindet. So wirbt die Telekom für ihre Dienstleistungen. Die Lippe, der Römer-Radweg, die Dorstener Straße, Freundschaften – all das und noch mehr verbindet Haltern mit Lippramsdorf. Nur eines nicht: Die telefonische Vorwahlnummer. Und das, obwohl sich Haltern am See 1975 im Zuge der Kommunalreform alle früheren eigenständigen Dörfer – eben auch Lippramsdorf – „einverleibt“ hat.

Keine Änderung 43 Jahre nach der Grenzziehung

„Ich gehöre zu Haltern, wohne aber in Lippramsdorf“, zu dieser aufmüpfig anmutenden Aussage sehen sich die Dörfler gezwungen. Denn: Die Nummer 02364 gilt in diesem Ortsteil nicht, dafür verknüpft die Vorwahl 02360 Auswärtige mit den Einheimischen. Daran wird sich auch 43 Jahre nach der neuen Grenzziehung nichts ändern. André Hofmann, Telekomsprecher aus Bonn, erklärt auf Nachfrage den Grund dafür: „Vorwahlen können sich nicht nach den Gemeindeeingliederungen richten, da sie leitungsabhängig zugeordnet sind.“ Zur Erklärung: Das deutsche öffentliche Telefonnetz ist in 5202 Ortsnetzbereiche eingeteilt. Jedem Ortsnetz ist eine Kennzahl (Ortsnetzkennzahl) zugeordnet. Sie beginnen mit einer Ziffer zwischen 2 und 9, der die Null vorangestellt ist. Die Ortsnetzkennzahlen erlauben einen Rückschluss auf die geografische Lage des Anschlusses. Ortsnetz-Rufnummern setzen sich insgesamt aus einer zwei- bis fünfstelligen Kennzahl und einer Teilnehmer-Rufnummer zusammen.

Aufwand wäre finanziell nicht vertretbar

Reformen von Vorwahlen werden nur sehr restriktiv vorgenommen und sind sehr selten. Der Aufwand, die Vorwahlnummern zu vereinheitlichen, wie im Fall Lippramsdorf, wäre laut Telekom zu groß und finanziell nicht vertretbar. Unter Umständen müssten dann auch Rufnummern geändert werden, weil es sonst zu Doppelungen kommen könnte. Fazit: Lippramsdorf behält als einziger Ortsteil der Stadt eine eigene Vorwahl und damit eine Sonderstellung im großen Gefüge.